Strategen von TD Securities gehen davon aus, dass neue Inflationsmessinstrumente, die der künftige Fed-Chef Kevin Warsh vorantreibt – darunter getrimmte Durchschnittswerte und ein mögliches Big-Data-Preisprojekt – den geldpolitischen Ausblick kaum verändern werden. Die Experten Oscar Munoz und Eli Nir betonen, dass die Verantwortlichen der Federal Reserve bereits eine breite Palette an Indikatoren beobachten. Klare Signale für eine nachhaltige Normalisierung der Inflation seien weiterhin Voraussetzung für Zinssenkungen, die ihrer Einschätzung nach frühestens rund um die FOMC-Sitzung im September beginnen könnten.
„Aus unserer Sicht dürfte die Einführung von ein oder zwei neuen Inflationskennzahlen kaum Einfluss auf mögliche Zinssenkungen haben, da weiterhin umfangreiche Belege für eine grundlegende Normalisierung der Inflation erforderlich sind.“
„Zudem wird es mehr als nur eine neue, vermeintlich attraktivere Inflationskennzahl brauchen, um innerhalb des FOMC einen Konsens für eine Lockerung der Geldpolitik zu erreichen.“
„Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Hürden für eine Lockerung der Geldpolitik kurzfristig hoch bleiben, auch wenn wir die Möglichkeit sehen, dass einige vermutlich vorübergehende Faktoren die Inflation derzeit erhöht halten.“
„Der Weg des geringsten Widerstands für die Fed besteht daher darin, vorerst an ihrer abwartenden Haltung festzuhalten.“
„Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass bis zur FOMC-Sitzung im September genügend Hinweise vorliegen werden, die es der Fed ermöglichen, ihren schrittweisen Kurs in Richtung eines neutralen Zinsniveaus wieder aufzunehmen.“