Die Kryptowährung Ethereum (ETH) notiert am Dienstag in der Nähe von 2.300 US-Dollar. Hintergrund sind Anzeichen verstärkter Verkäufe in wichtigen On-Chain-Daten der vergangenen Woche, während Gespräche zwischen den USA und dem Iran für Unsicherheit an den Märkten sorgen.
Der sogenannte „Accumulation Addresses Realized Price“ (AARP) fungierte historisch als Unterstützungsniveau. Nachdem ETH jedoch im Februar erstmals darunter gefallen war, wirkt diese Marke nun als Widerstand, da das Angebot die Nachfrage übersteigt, sobald sich die Kurse diesem Niveau nähern. In der vergangenen Woche setzte der Widerstand bei 2.400 Dollar erneut ein, als es in diesem Bereich zu verstärkten Verkäufen kam.
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Die Verkäufe wurden vor allem von privaten Anlegern getragen, konkret von Wallets mit Beständen zwischen 100 und 10.000 ETH. Diese Gruppe verzeichnete zusammen Abflüsse von rund 756.000 ETH.
In diesem Zeitraum stiegen zugleich die realisierten Verluste, was darauf hindeutet, dass ein Großteil der verkauften Token unter dem ursprünglichen Kaufpreis lag. Angesichts der Unsicherheit rund um die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie der Nähe der Kurse zu ihren durchschnittlichen Einstiegspreisen dürften viele Privatanleger ihre Bestände abgestoßen haben, um Verluste zu begrenzen.
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Große Investoren hingegen hielten an ihren Positionen fest und stockten ihre Bestände um rund 60.000 ETH auf. Zwar verlangsamte sich ihre Kaufaktivität, dennoch zeigt ihr Verhalten eine gewisse Stabilität trotz makroökonomischer Unsicherheiten.
Parallel dazu zeigt sich am Derivatemarkt eine eher negative Tendenz. Anhaltend negative Finanzierungssätze belasten die Perpetual-Kontrakte von Ethereum.

Die überwiegend rot gefärbten Bereiche verdeutlichen, dass Short-Positionen in den vergangenen Wochen den Markt für die größte Altcoin dominierten, während das Open Interest gleichzeitig leicht zurückging.
Im Tageschart zeigt sich ein neutrales bis leicht konstruktives Bild. Der Kurs bewegt sich knapp oberhalb der exponentiellen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 20 und 50 Tage bei 2.293 beziehungsweise 2.243 Dollar, bleibt jedoch unterhalb des 100-Tage-Durchschnitts nahe 2.370 Dollar gedeckelt.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei etwa 52 und signalisiert ein ausgeglichenes Momentum. Der Stochastik-Oszillator nähert sich dagegen dem überverkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass weiteres Abwärtspotenzial begrenzt sein könnte, solange die Unterstützung durch die gleitenden Durchschnitte hält.
Auf der Oberseite bildet die Zone um den 100-Tage-Durchschnitt und den horizontalen Widerstand bei rund 2.388 Dollar die nächste Hürde. Ein Tagesschluss über diesem Bereich könnte den Weg in Richtung der nächsten Widerstände bei etwa 2.746 und anschließend 3.411 Dollar ebnen.
Auf der Unterseite stellt der 20-Tage-Durchschnitt zunächst eine Unterstützung dar. Der 50-Tage-Durchschnitt sowie eine horizontale Marke nahe 2.211 Dollar verstärken diese Zone. Ein Bruch darunter könnte weitere Rückgänge bis auf 2.107 und 1.909 Dollar nach sich ziehen, bevor die langfristigere Basis im Bereich von 1.741 Dollar in den Fokus rückt.