Die US-Aktienmärkte handeln zu Beginn der europäischen Handelssitzung am Dienstag vorsichtig. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung liegen die S&P 500-Futures um 0,16 % bei rund 7.160 im Minus, und die Dow Jones-Futures notieren leicht unter 49.200 unverändert.
Die US-Aktienmärkte zeigen vor Beginn der zweitägigen geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve (Fed) später am Tag leichte Vorsicht. Die Anleger erwarten, dass die Fed die Zinsen zum dritten Mal in Folge in einer Spanne von 3,50 % bis 3,75 % unverändert lässt und warnen angesichts der Krise im Nahen Osten vor Inflationsrisiken nach oben und wirtschaftlichen Abwärtsrisiken. Dies wird die letzte geldpolitische Sitzung von Fed-Chef Jerome Powell sein.
Die Anleger werden der geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz von Fed-Chef Powell besondere Aufmerksamkeit schenken, um neue Hinweise auf den US-Zinsausblick zu erhalten. Laut dem CME FedWatch Tool besteht eine Wahrscheinlichkeit von 73,4 %, dass die Fed die Zinsen im gesamten Jahr auf dem aktuellen Niveau belässt, während der Rest auf eine Zinssenkung setzt.
Später am Tag richten die Anleger ihr Augenmerk auf die US-Gewinne des ersten Quartals 2026 von Visa und der Coca-Cola Company.
Auf geopolitischer Ebene bleibt die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus, einem wichtigen Durchgang für fast 20 % der weltweiten Energieversorgung, eine zentrale Sorge für risikoreichere Vermögenswerte wie die Dow Jones-Futures. Die erhöhten Ölpreise infolge der festgefahrenen Friedensgespräche zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran sorgen weltweit für Bedenken hinsichtlich der Unternehmensgewinnprognosen.
Nach den neuesten Informationen hat US-Präsident Donald Trump Irans Vorschlag mit dem nationalen Sicherheitsteam besprochen, der die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und einen dauerhaften Waffenstillstand vorsieht, so die Äußerungen der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Sie machte jedoch keine Angaben dazu, wie wahrscheinlich es ist, dass Washington diesen Vorschlag weiterverfolgt.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.