Ripple (XRP) steht am Dienstag unter zunehmendem Verkaufsdruck. Eine kurzfristige Unterstützung bei 1,41 US-Dollar deutet jedoch darauf hin, dass Rücksetzer weiterhin gekauft werden, auch wenn sich bei 1,53 und 1,78 US-Dollar deutliche Widerstände aufbauen.
Die Risikobereitschaft der Anleger hat sich unterdessen weiter verbessert, getragen von neuem Optimismus hinsichtlich einer Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Obwohl US-Präsident Donald Trump die für vergangenen Sonntag in Pakistan geplanten Friedensgespräche abgesagt hatte, soll Teheran Berichten zufolge einen neuen Vorschlag an das Weiße Haus übermittelt haben.
Demnach sieht der Vorschlag vor, das Thema des iranischen Atomprogramms vorerst zu vertagen und sich stattdessen auf Ziele wie die Öffnung der Straße von Hormus sowie ein Ende des Konflikts zu konzentrieren. Ob das Weiße Haus darauf eingehen wird, ist unklar. Trump hatte zuletzt betont, die USA befänden sich in einer stärkeren Verhandlungsposition.
Auch die allgemeine Marktstimmung hellt sich weiter auf. Der Krypto-Index „Fear & Greed“ lag am Montag bei 47 Punkten und damit weiterhin im Bereich „Angst“, allerdings deutlich höher als die 33 Punkte am Vortag. Im vergangenen Monat hatte der Index noch im Bereich extremer Angst notiert – ein Hinweis auf eine langsame, aber stetige Rückkehr der Risikobereitschaft.

Krypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative
XRP-Erholung bleibt hinter Erwartungen zurück trotz wachsender institutioneller Nachfrage
Das Interesse an digitalen Anlageprodukten auf XRP-Basis zog zuletzt wieder an. In der vergangenen Woche flossen rund 25 Millionen US-Dollar in entsprechende Produkte, womit das verwaltete Vermögen auf etwa 2,58 Milliarden US-Dollar anstieg. Zuvor waren noch Abflüsse von 56,2 Millionen US-Dollar verzeichnet worden – ein Zeichen für eine sich verbessernde Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen.

XRP-Kapitalzuflüsse | Quelle: CoinShares
„Der Markt richtet den Blick nun auf die FOMC-Entscheidung am 28. und 29. April, was zur Vorsicht am Markt beiträgt“, heißt es in einem Bericht von CoinShares.
Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte den Leitzins am Mittwoch in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert lassen. Im Fokus steht vor allem die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell. Anleger erhoffen sich Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs – insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran.

FedWatch-Tool | Quelle: CME Group
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage von Privatanlegern nach unbefristeten XRP-Futures verhalten. Das Open Interest lag am Montag im Schnitt bei 2,55 Milliarden US-Dollar. Zwar entspricht dies einem leichten Anstieg gegenüber 2,50 Milliarden US-Dollar am Vortag, bleibt jedoch deutlich unter dem Rekordwert von 10,94 Milliarden US-Dollar aus dem Juli. Dies deutet darauf hin, dass es den Investoren an Überzeugung für einen nachhaltigen Aufwärtstrend fehlt.

XRP Futures Open Interest | Quelle: CoinGlass
Der Kurs von XRP hält sich derzeit knapp oberhalb des 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitts (EMA) bei rund 1,42 US-Dollar. Gleichzeitig bleibt er unterhalb einer fallenden Trendlinie bei etwa 1,43 US-Dollar sowie unter den wichtigen 100- und 200-Tage-EMAs bei 1,53 und 1,78 US-Dollar. Dieses Bild begrenzt den übergeordneten Aufwärtsspielraum, auch wenn sich die Lage leicht stabilisiert zeigt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich auf Tagesbasis mit rund 52 Punkten im neutralen Bereich. Das MACD-Histogramm ist zwar noch leicht positiv, hat zuletzt jedoch an Dynamik verloren.

XRP/USDT Tageschart
Auf der Unterseite bildet der Bereich um den 50-Tage-EMA bei 1,42 US-Dollar eine erste Unterstützung. Ein Tagesschluss darunter könnte den Weg in Richtung des nächsten markanten Niveaus bei rund 1,31 US-Dollar ebnen, wo die SuperTrend-Indikatorlinie verläuft. Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand im Bereich der fallenden Trendlinie bei etwa 1,43 US-Dollar. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde Raum für einen Anstieg in Richtung des 100-Tage-EMA bei 1,53 US-Dollar schaffen.