EUR/CAD gewinnt im zweiten aufeinanderfolgenden Handelstag an Boden und notiert während der europäischen Handelsstunden am Dienstag bei etwa 1,6140. Der Währungskreuzwert wertet auf, da der risikosensitive Euro (EUR) sich stärkt, während der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) unter Druck geraten könnte, angesichts der Erwartungen an einen erneuten Zugang der Vereinigten Staaten (US) und der Unternehmen zu Venezuelas umfangreichen Rohölreserven, was die kanadische Ölnachfrage von ihrem größten Käufer belastet.
Zusätzlich haben Spekulationen über die zukünftige venezolanische Produktion und eine gedämpfte anfängliche Preisreaktion die Bedenken verstärkt, dass ein anhaltender Rückgang der Ölpreise eine wichtige Säule der externen Einnahmen und der Währungsunterstützung Kanadas untergraben könnte. In der Zwischenzeit sieht der globale Ölmarkt bis 2026 weicher aus, da ein reichliches Angebot und gedämpfte Nachfrageerwartungen den Abwärtsdruck auf den CAD verringern.
Der Preis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sinkt, nachdem er in der vorherigen Sitzung mehr als 1,5 % zugelegt hatte, und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 57,70 USD. Händler bewerten die Auswirkungen der US-Maßnahmen gegenüber Venezuela auf das globale Ölangebot. Trotz der größten nachgewiesenen Reserven der Welt trägt Venezuela weniger als 1 % zur globalen Produktion bei, was den potenziellen Preisdruck bei Exportunterbrechungen begrenzt.
Händler werden wahrscheinlich die Daten zum HCOB Einkaufsmanager-Index (EMI) aus Deutschland und der Eurozone beobachten. Die vorläufigen Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) und zum harmonisierten Verbraucherpreisindex (HICP) für Dezember aus Deutschland werden ebenfalls später am Tag im Fokus stehen.
Der Euro erhält Unterstützung, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert hat, dass sie die Zinssätze nach ihrer Entscheidung im Dezember 2025 über einen längeren Zeitraum stabil halten wird. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, dass die erhöhte Unsicherheit es schwierig mache, klare Hinweise auf zukünftige politische Entscheidungen zu geben.
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wird monatlich vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlicht und misst die Inflationsentwicklung in Deutschland auf Basis einer EU-weit abgestimmten Methodik. Ziel dieser Harmonisierung ist es, vergleichbare Daten zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu gewährleisten. Der Jahresvergleich (Year-over-Year, YoY) zeigt, wie sich die Preise im aktuellen Berichtsmonat im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres verändert haben. Ein hoher HVPI-Wert wird in der Regel als positiv (bullish) für den Euro (EUR) gewertet, ein niedriger Wert hingegen als negativ (bärisch).
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Di Jan. 06, 2026 13:00 (Zuvor)
Häufigkeit: Monatlich
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Quelle: Federal Statistics Office of Germany