Ethereum (ETH) ist am Montag um 3,3 Prozent gefallen, nachdem risikoreichere Anlagen insgesamt unter Druck geraten sind.
Auslöser sind deutlich gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere kletterte auf 4,59 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2025. Steigende Renditen gelten in der Regel als Belastungsfaktor für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen, da sie höhere Finanzierungskosten signalisieren und zugleich sichere, zinstragende Alternativen attraktiver machen.
ETH fiel zwischenzeitlich rasch auf 2.207 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Monat, bevor sich der Kurs leicht erholte. Die Entwicklung verlief im Einklang mit den Aktienmärkten: Der Nasdaq-100 gab im Tagesverlauf um 1,23 Prozent nach. Ethereum zeigt insbesondere in Abschwungphasen eine hohe Korrelation zu dem Index.
Am Derivatemarkt fließt unterdessen neues Kapital zu. Das offene Interesse an Ethereum-Futures stieg trotz fallender Kurse auf ein Rekordniveau von 15,6 Millionen ETH – nur zwei Tage nach dem vorherigen Höchststand.

Das offene Interesse beschreibt den Gesamtwert aller noch nicht glattgestellten Kontrakte im Derivatemarkt.
Auch die Finanzierungsraten, also regelmäßige Ausgleichszahlungen zwischen Marktteilnehmern bei unbefristeten Futures, liegen seit mehr als einer Woche im positiven Bereich – so lange wie zuletzt im Januar. Dies deutet darauf hin, dass viele Anleger an ihren Long-Positionen festhalten. Sollte der Kurs weiter nachgeben, könnte dies das Risiko eines sogenannten Long Squeeze erhöhen.

Am klassischen Kapitalmarkt verzeichneten US-Spot-ETFs auf Ethereum-Basis durchgehend Nettoabflüsse im Wochenverlauf. An vier aufeinanderfolgenden Tagen summierten sich die Abflüsse laut Daten von SoSoValue auf rund 189 Millionen US-Dollar.
In den vergangenen 24 Stunden wurden Positionen im Umfang von 103 Millionen US-Dollar liquidiert, davon entfielen 97 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen.
Im Wochenchart notiert Ethereum weiterhin unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen zehn und zwanzig Wochen bei 2.267 beziehungsweise 2.415 US-Dollar. Damit bleibt das übergeordnete Bild belastet, da zentrale mittel- und langfristige Durchschnittslinien oberhalb des aktuellen Kurses verlaufen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) um 41 signalisiert verhaltene Kaufbereitschaft. Auch der Stochastik-Indikator deutet mit seinem Rückgang in Richtung Mittelfeld auf nachlassenden Aufwärtsdruck hin.
Sollte Ethereum auf Wochensicht unter 2.267 US-Dollar schließen, könnte der Zehn-Wochen-Durchschnitt als Widerstand wirken. Weitere Hürden liegen bei 2.388 US-Dollar sowie im Bereich des Zwanzig-Wochen-Durchschnitts um 2.416 US-Dollar. Darüber hinaus bilden der 50-Wochen-Durchschnitt bei 2.725 US-Dollar und eine nahe Widerstandszone bei 2.746 US-Dollar eine ausgeprägte Angebotszone, gefolgt vom 100-Wochen-Durchschnitt bei 2.788 US-Dollar und einem weiter entfernten Niveau bei 3.412 US-Dollar.

Auf der Unterseite liegt eine erste Unterstützung bei 2.211 US-Dollar, gefolgt von 2.108 US-Dollar. Fällt der Kurs darunter, rückt die Marke von 1.909 US-Dollar in den Fokus. Weitere Unterstützungen liegen bei 1.741, 1.524 und 1.405 US-Dollar, falls sich der Verkaufsdruck verstärkt.