Das Paar USD/CAD steigt im frühen europäischen Handel am Montag auf rund 1,3750. Der US-Dollar (USD) setzt gegenüber dem kanadischen Dollar (CAD) seinen Aufwärtstrend fort, da Händler Zinssenkungen in den USA in diesem Jahr weitgehend ausgeschlossen haben, während die Erwartungen für eine Zinserhöhung gestiegen sind.
Heißere als erwartete US-Inflationsdaten, die letzte Woche veröffentlicht wurden, haben die Erwartungen verstärkt, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinssätze hoch halten wird. Die Finanzmärkte rechnen nun laut dem CME FedWatch Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 48,4 %, dass die US-Zentralbank auf ihrer Sitzung im Dezember die Zinsen um mindestens 25 Basispunkte (bps) anheben könnte, verglichen mit 14,3 % vor einer Woche.
US-Präsident Donald Trump warnte, dass Iran „schnell“ handeln müsse, nachdem Bemühungen, den US-israelischen Krieg mit Iran zu beenden, ins Stocken geraten zu sein scheinen. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran könnten die Rohölpreise weiter ansteigen lassen und damit den rohstoffgebundenen Loonie stützen. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes ölexportierendes Land ist und höhere Rohölpreise im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf den kanadischen Dollar (CAD) haben.
Reuters berichtete am Montag, dass Trump voraussichtlich am Dienstag ein Treffen im Lagezentrum mit seinen wichtigsten nationalen Sicherheitsberatern abhalten wird, um die Optionen für militärische Maßnahmen bezüglich Iran zu besprechen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.