Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl gewinnt am dritten Tag in Folge an Boden und wird während der asiatischen Handelszeiten am Montag bei rund 102,70 USD gehandelt. Die Rohölpreise steigen aufgrund wachsender Befürchtungen einer Angebotsverknappung, ausgelöst durch Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Saudi-Arabien sowie eskalierende Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran.
Beamte der VAE untersuchen einen jüngsten Drohnenangriff auf das Kernkraftwerk Barakah und haben ihr volles Recht zur Reaktion auf das, was sie als terroristischen Angriff bezeichneten, bekräftigt. Unterdessen hat Saudi-Arabien drei Drohnen abgefangen, die aus dem Irak in seinen Luftraum eindrangen, und gewarnt, alle notwendigen operativen Maßnahmen zu ergreifen, um seine Souveränität und Sicherheit zu verteidigen, so Reuters.
US-Präsident Donald Trump plant ein Treffen mit führenden nationalen Sicherheitsberatern, um militärische Optionen bezüglich des Iran zu erörtern, was das Risiko eines größeren Konflikts vertieft. Während Trump Teheran gewarnt hat, dass die Zeit für eine neue Vereinbarung knapp wird, berichten iranische Medien, dass die beiden Seiten weiterhin tief gespalten sind, wobei die US-Seite während der Verhandlungen keine greifbaren Zugeständnisse gemacht hat.
Zusätzlichen Druck auf die ohnehin schon knappen globalen Ölversorgung ausübend, hat die Trump-Administration eine wichtige Ausnahmeregelung auslaufen lassen, die Indien den Kauf von russischem Seerohöl erlaubte, trotz direkter Appelle der indischen Regierung auf Verlängerung. Darüber hinaus bleiben die Ängste auf den Energiemärkten hoch, nachdem ein zweitägiger Gipfel zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ohne konkrete Fortschritte zur Wiedereröffnung der wichtigen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus zu Ende ging.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.