Die Kryptowährung Ripple (XRP) notiert am Mittwoch leicht schwächer und fällt unter die Marke von 1,40 US-Dollar, während der breitere Kryptomarkt erneut von erhöhter Volatilität geprägt ist. Der auf internationale Zahlungsabwicklungen ausgerichtete Token steht unter starkem Verkaufsdruck und hat Schwierigkeiten, wichtige Unterstützungsniveaus angesichts wachsender Risikoaversion zu verteidigen.
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für Verunsicherung an den Märkten. Der Crypto Fear & Greed Index fällt am Dienstag auf 33 Punkte, nach 47 am Vortag. Trotz eines anhaltenden Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bleibt die Straße von Hormus weiterhin geschlossen.
Berichten zufolge dürfte US-Präsident Donald Trump den Vorschlag Irans zur Öffnung der Meerenge ablehnen, da dieser das iranische Atomprogramm ausklammert. Die Zerschlagung des iranischen Atomprogramms gilt weiterhin als zentrale Bedingung Trumps für ein Ende des Konflikts.

Die risikoscheue Stimmung hält an, während die Aktivität bei börsengehandelten Krypto-Produkten gedämpft bleibt. Das institutionelle Interesse an XRP-basierten Anlageprodukten zeigt laut Daten von SoSoValue erste Schwächesignale: Am Montag wurden keine Mittelzuflüsse in entsprechende ETFs verzeichnet. Die kumulierten Zuflüsse verharren bei 1,29 Milliarden US-Dollar, während das verwaltete Vermögen im Schnitt bei 1,06 Milliarden US-Dollar liegt. Sollte die Risikobereitschaft weiter sinken, dürfte eine Erholung von XRP zunehmend schwieriger werden.

Trotz stabiler Nachfrage von Privatanlegern mit einem offenen Interesse (Open Interest) bei Futures von 2,57 Milliarden US-Dollar bleibt dieses Niveau deutlich unter dem Rekordwert von 10,94 Milliarden US-Dollar im Juli. Die vergleichsweise geringe Aktivität deutet darauf hin, dass Investoren derzeit wenig Vertrauen in eine nachhaltige Fortsetzung des Aufwärtstrends haben und neue Positionen meiden.

Aus technischer Sicht notiert XRP bei 1,38 US-Dollar und zeigt kurzfristig ein negatives Bild. Der Kurs liegt unter dem 20-Tage-Durchschnitt der Bollinger-Bänder bei rund 1,40 US-Dollar sowie unter dem 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt nahe 1,41 US-Dollar, was den übergeordneten Abwärtstrend bestätigt.
Der Relative-Stärke-Index liegt im Tageschart mit rund 47 knapp unter der neutralen Marke von 50. Gleichzeitig ist das Histogramm des MACD-Indikators leicht unter die Nulllinie gefallen, während die Signallinie nach unten dreht. Beide Indikatoren sprechen für nachlassende Aufwärtsdynamik, da Erholungsversuche auf Widerstand stoßen.

Auf der Oberseite liegt ein erster Widerstand im Bereich von 1,40 US-Dollar am mittleren Bollinger-Band, gefolgt vom 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 1,41 US-Dollar. Weitere Hürden zeigen sich am oberen Bollinger-Band nahe 1,48 US-Dollar sowie am 100-Tage-Durchschnitt bei 1,53 US-Dollar und dem 200-Tage-Durchschnitt um 1,75 US-Dollar, was die übergeordnete Schwäche unterstreicht. Auf der Unterseite fungiert das untere Bollinger-Band bei etwa 1,32 US-Dollar als wichtige Unterstützung. Ein nachhaltiger Bruch darunter könnte den Weg für weitere Verluste im bestehenden Abwärtstrend ebnen.