West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Dienstag während der frühen Handelsstunden in Europa um 58,00 USD gehandelt. Der WTI-Preis sinkt aufgrund von Unsicherheiten in Venezuela. Händler bewerten weiterhin die potenziellen Auswirkungen auf die Rohölströme aus Venezuela nach der Ergreifung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die Vereinigten Staaten (US).
Der Plan von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über die Ölindustrie Venezuelas zu übernehmen und amerikanische Unternehmen zu bitten, diese nach der Ergreifung von Maduro in einer Razzia zu revitalisieren, wird voraussichtlich keinen signifikanten unmittelbaren Einfluss auf die Ölpreise haben.
Priyanka Sachdeva, Senior Market Analyst bei der Brokerage Phillip Nova, sagte, dass die Reaktion der Ölpreise auf bedeutende geopolitische Ereignisse, wie die militärische Intervention der USA in Venezuela und die laufenden Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur, überraschend gedämpft war, was darauf hindeutet, dass fundamentale Angebot-Nachfrage-Faktoren weiterhin die Hauptsorge bleiben.
Händler werden die Entwicklungen rund um die Veränderungen der Ölströme aus Venezuela genau beobachten. Jegliche Anzeichen von verstärkten geopolitischen Spannungen und Störungsrisiken im Zusammenhang mit Venezuela könnten den WTI-Preis kurzfristig anheben.
Die Veröffentlichung des Berichts über die Rohöllagerbestände des American Petroleum Institute (API) wird später am Tag im Fokus stehen. Ein größer als erwarteter Rückgang der Rohöllagerbestände deutet auf eine stärkere Nachfrage hin und könnte den WTI-Preis anheben, während ein größerer Anstieg als geschätzt auf eine schwächere Nachfrage oder ein Überangebot hindeutet, was den WTI-Preis nach unten ziehen könnte.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.