Die Zinssenkungen der mexikanischen Notenbank Banxico waren nach Einschätzung des Commerzbank-Strategen Michael Pfister angesichts der nachlassenden Inflation und der schwächelnden Wirtschaft weitgehend gerechtfertigt. Trotz der derzeit am Markt eingepreisten Zinserhöhungen sieht er daher keinen Anlass für eine straffere Geldpolitik. Zwar könnte der Wegfall dieser Zinserwartungen den Peso zunächst belasten, doch ein schwächerer US-Dollar, solides Wachstum in den USA und widerstandsfähige mexikanische Exporte dürften diesen Effekt ausgleichen. Die Commerzbank hat ihre Prognosen für das Währungspaar USD/MXN deshalb über den gesamten Prognosezeitraum leicht nach unten angepasst.
„In den Monaten nach dem Ausbruch des Krieges im Iran geriet der Peso aufgrund der mexikanischen Geldpolitik unter Druck. Das hat sich inzwischen geändert, und der Markt rechnet nun mit Zinserhöhungen. Übersehen wird dabei jedoch, dass die Voraussetzungen für eine Straffung der Geldpolitik derzeit nicht gegeben sind.“
„Der Markt scheint inzwischen überzeugt zu sein, dass Banxico ihre Geldpolitik schon bald straffen wird. Für die kommenden zwölf Monate sind rund drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte eingepreist, zeitweise wurden sogar deutlich mehr erwartet.“
„Weder die aktuellen Inflationsdaten noch die schwächelnde Realwirtschaft liefern Gründe für eine Änderung der Geldpolitik. Stattdessen dürfte Banxico die Leitzinsen auf absehbare Zeit unverändert lassen.“
„Unterstützung für den Peso könnte allerdings aus den USA kommen. Der Markt rechnet derzeit mit einigen Basispunkten an Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed. Wir halten diese Erwartungen angesichts des politischen Drucks zugunsten von Zinssenkungen für nicht gerechtfertigt.“
„Der Abbau dieser Erwartungen dürfte daher zu einem schwächeren US-Dollar und damit zu niedrigeren USD/MXN-Wechselkursen führen. Aus diesem Grund haben wir unsere Prognosen für USD/MXN über den gesamten Prognosezeitraum nach unten angepasst.“