Das Paar AUD/USD hält sich am Montag in den frühen asiatischen Handelsstunden stabil um 0,7185. Die Händler bewerten weiterhin die Entwicklungen rund um die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Zudem wird der Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) von China’s RatingDog für Mai später am Montag veröffentlicht.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Sonntag, dass Gespräche und Nachrichtenaustausch mit den USA andauerten, jedoch keine Bewertung der Verhandlungen möglich sei, bis ein klares Ergebnis erzielt werde. „Gespräche und Nachrichtenaustausch sind im Gange, und bis ein definitives Ergebnis erreicht ist, ist eine Beurteilung nicht möglich“, sagte Araghchi. „Alles, was jetzt gesagt wird, ist Spekulation und sollte nicht beachtet werden“, fügte er hinzu.
Unterdessen erklärte der Sprecher des iranischen Parlaments und oberste Verhandlungsführer, Mohammad Bagher Ghalibaf, dass Teheran kein Abkommen mit Washington akzeptieren werde, es sei denn, es werde „die Sicherung der Rechte des iranischen Volkes gewährleistet“. Jegliche Anzeichen steigender Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) stärken und kurzfristig Gegenwind für das Paar erzeugen.
Daten, die am Sonntag vom Nationalen Statistikamt Chinas (NBS) veröffentlicht wurden, zeigten, dass der offizielle Manufacturing PMI im Mai von 50,3 im April auf 50,0 sank. Der Wert entsprach den Markterwartungen von 50,0. Zudem stieg der NBS Non-Manufacturing PMI im Mai auf 50,1 nach 49,4 im April.
Der Markt hatte einen Wert von 49,5 prognostiziert.
Die Händler bereiten sich auf den Manufacturing PMI-Bericht von China’s RatingDog für Mai vor, der am Montag veröffentlicht wird. Sollte der Bericht ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den Aussie gegenüber dem Greenback stärken.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.