Das Paar EUR/USD verzeichnet in der frühen asiatischen Sitzung am Freitag moderate Gewinne nahe 1,1655. Der Euro (EUR) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach Berichten, dass die Vereinigten Staaten (US) und der Iran eine Vereinbarung zur Verlängerung eines Waffenstillstands erzielt haben. Die vorläufigen Inflationswerte Deutschlands werden später am Freitag veröffentlicht.
Die USA und der Iran haben laut einem Bericht von CNN am Donnerstag eine vorläufige Vereinbarung getroffen, die Straße von Hormus zu öffnen und Nukleargespräche zu beginnen, obwohl US-Präsident Donald Trump diese noch nicht genehmigt hat. Iranische Beamte haben sich zu einem möglichen Abkommen bisher nicht geäußert.
Unterdessen erklärte der US-Vizepräsident JD Vance, dass „ein paar Formulierungen“ noch diskutiert werden, die Parteien jedoch Fortschritte bei den Friedensgesprächen machen. Anzeichen für Fortschritte im US-iranischen Friedensabkommen könnten kurzfristig risikoreicheren Vermögenswerten, wie der Gemeinschaftswährung, Unterstützung bieten.
Während die jährlichen US-Daten zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) den Prognosen entsprachen, könnten die schwächeren monatlichen Werte Hoffnung darauf geben, dass der Preisanstieg des Vormonats nachlässt. Dieser Bericht deutet darauf hin, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen länger unverändert lassen könnte.
„Die Kombination aus dem etwas schwächeren Kern-PCE und den ebenfalls etwas schwächeren Wachstumsdaten sendet die Botschaft, dass die Fed möglicherweise weniger aggressiv mit ihrem ‚höher für länger‘-Kurs sein kann, was das Risiko etwas stützt“, sagte Joel Kruger, Marktstratege bei der in London ansässigen LMAX Group.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.