Der Devisenexperte Geoff Yu von BNY sieht im Wandel der Investorenstruktur am britischen Anleihemarkt eine wichtige Stütze für das Pfund (GBP) – trotz wachsender fiskalischer Risiken im Vereinigtes Königreich. Ausländische Anleger hätten ihre Engagements bereits reduziert, sodass heimische Investoren inzwischen dominieren. Während die Märkte nach den Kommunalwahlen mit einer expansiveren Finanzpolitik rechnen, geht BNY nicht davon aus, dass es zu einer Wiederholung des Minibudget-Schocks von 2022 für das Pfund kommt.
„Wenn wir davon ausgehen, dass Inflationsprämien entlang der europäischen Staatsanleihekurven sinken, werden fiskalische Prämien wieder stärker in den Vordergrund rücken – und genau hier dürften die Herausforderungen für den Markt britischer Staatsanleihen deutlicher werden.“
„Abhängig von den Ergebnissen der Kommunalwahlen preisen die Märkte politische Unsicherheit ein, wobei die meisten Szenarien in Richtung eines stärkeren fiskalischen Impulses tendieren.“
„Selbst wenn es zu einer Lockerung der Finanzpolitik kommt, erwarten wir keine Auswirkungen in der Größenordnung des Minibudget-Schocks von 2022. Das Abwärtspotenzial des Pfunds dürfte dieses Mal begrenzter sein.“
„Unsere Daten zeigen, dass die Gesamtnachfrage nach britischen Staatsanleihen so hoch ist wie seit Jahren nicht mehr – gleichzeitig erreichten die Verkäufe durch grenzüberschreitende Investoren ebenfalls Mehrjahreshochs.“
„Sollte sich in den kommenden Monaten ein Bedarf ergeben, das fiskalische Risiko Großbritanniens über Staatsanleihen auszuweiten, dürften internationale institutionelle Investoren nicht über die nötige Größenordnung verfügen, um dies zu leisten.“