Strategen der OCBC, Sim Moh Siong und Christopher Wong, sehen in den jüngsten Bewegungen von USD/JPY Hinweise auf mögliche Interventionen Japans, wobei die Marke von 158 die frühere Schwelle bei 160 ersetzt haben dürfte. Sie argumentieren, dass Interventionen allein den übergeordneten Trend nicht verändern werden, solange es keine stärkere geldpolitische Unterstützung durch die Bank of Japan (BoJ) sowie niedrigere US-Renditen oder Ölpreise gibt. OCBC sieht Spielraum für weitere Eingriffe, die USD/JPY in eine Spanne von 150 bis 155 drücken könnten, und hält an seinem Kursziel von 155 bis Ende 2026 fest.
„Der US-Dollar gab über Nacht breit nach, doch die Kursentwicklung des Yen stach als deutlichstes politisches Signal hervor. Die Bewegungen entsprachen dem Muster japanischer Interventionen, auch wenn die Behörden weder für die vergangene Nacht noch für die Vorwoche Aktivitäten bestätigt haben.“
„Das Marktverhalten deutet auf ein Eingreifen offizieller Stellen hin. Galt zuvor die Marke von 160 bei USD/JPY als entscheidende Schwelle, scheint der jüngste Auslöser näher bei 158 zu liegen.“
„Die entscheidende Frage ist, ob das Finanzministerium den Yen weiter stützen wird oder bereits ausreichend Mittel eingesetzt hat. Interventionen allein dürften den übergeordneten Trend kaum verändern, sofern sie nicht von einer stärkeren geldpolitischen Unterstützung flankiert werden, etwa durch einen entschlosseneren Zinserhöhungszyklus der BoJ oder günstigere externe Faktoren wie niedrigere Ölpreise und US-Renditen.“
„Weitere Interventionen könnten USD/JPY in eine Spanne von 150 bis 155 drücken, insbesondere wenn die Ölpreise weiter nachgeben. Gleichwohl bleiben wir vorsichtig. Eine Zinserhöhung der BoJ im Juni erscheint wahrscheinlich, doch die Geldpolitik hinkt weiterhin hinterher, was eine nachhaltige Unterstützung des Yen begrenzt. Wir halten an unserem USD/JPY-Ziel von 155 bis Ende 2026 fest.“