EUR/JPY gibt nach drei Gewinntagen leicht nach und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch um 186,80. Das Währungspaar fällt, da der Euro (EUR) angesichts erhöhter Risikoaversion infolge der Unsicherheit über einen möglichen Waffenstillstand im Nahen Osten unter Druck gerät.
Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch, dass US-Beamte sagten, Präsident Donald Trump habe seine Mitarbeiter angewiesen, sich auf eine verlängerte Blockade des Iran vorzubereiten. Der Bericht stellte fest, dass Trump beschlossen habe, den Druck auf die iranische Wirtschaft und den Ölexport durch Einschränkungen des Schiffsverkehrs zu und von seinen Häfen aufrechtzuerhalten. Quellen fügten hinzu, dass er alternative Optionen wie die Wiederaufnahme von Bombardierungen oder einen Rückzug aus dem Konflikt als riskanter ansah als die Aufrechterhaltung der Blockade.
Die Händler richten ihre Aufmerksamkeit auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag, bei der die Märkte eine „hawkische Zinspause“ erwarten, während die Entscheidungsträger mögliche Zinserhöhungen im Juni oder Juli abwägen. Analysten von Goldman Sachs rechnen in den kommenden Monaten mit zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte, beginnend im Juni und gefolgt von einer weiteren im September, was den Einlagensatz wieder auf 2,50 % anheben würde.
Das EUR/JPY-Paar bleibt unter Druck, da der japanische Yen (JPY) angesichts der Erwartungen einer kurzfristigen Zinserhöhung durch die Bank of Japan sowie Spekulationen über mögliche Interventionen zur Eindämmung weiterer Yen-Schwäche fest bleibt.
Der JPY hat jedoch trotz der hawkischen Zinspause der BoJ am Dienstag Schwierigkeiten, nachhaltiges Kaufinteresse zu gewinnen. Bemerkenswert ist, dass drei der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses eine Zinserhöhung unterstützten, was die wachsende Besorgnis über Inflationsdruck im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt unterstreicht.
BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda bekräftigte das Engagement der Zentralbank für eine schrittweise Straffung der Geldpolitik und signalisierte, dass die Zinssätze weiter steigen könnten, wenn sich die wirtschaftlichen, preislichen und finanziellen Bedingungen entwickeln. Unterdessen bekräftigte Finanzministerin Satsuki Katayama, dass die Behörden jederzeit bereitstehen, um an den Devisenmärkten zu intervenieren und den Yen zu stützen.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.