Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl gewinnt zum dritten Mal in Folge an Boden und wird am Mittwoch während der asiatischen Handelszeiten bei rund 96,90 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise steigen angesichts zunehmender Unsicherheit über das globale Angebot, nachdem die US-Iran-Friedensgespräche ins Stocken geraten sind und die Straße von Hormus effektiv geschlossen bleibt.
US-Präsident Donald Trump sagte, der Iran habe Washington aufgefordert, die maritime Blockade der Straße aufzuheben, während die Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts andauern. Die Störungen schränken bereits die Energieflüsse aus dem Nahen Osten ein. Die Sperrung dieses wichtigen Korridors hat etwa 20 % der weltweiten Öllieferungen zum Erliegen gebracht.
Die USA haben den Druck auf den Iran durch zusätzliche Maßnahmen verschärft, darunter die mögliche Verhängung von Sanktionen gegen chinesische Raffinerien mit Verbindungen zu Teheran sowie gegen Länder, die Transitgebühren für die Passage durch Hormus zahlen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werden am 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) austreten, was einen erheblichen Schlag für die Ölproduzenten-Gruppe darstellt, da die beispiellose Energiekrise infolge des Iran-Konflikts tiefere Spaltungen unter den Golfstaaten offenbart, berichtete Reuters am Dienstag.
US-Finanzminister Scott Bessent sagte, die Lagerkapazität der Insel Kharg sei nahezu erschöpft, was dem Iran täglich etwa 170 Mio. USD an Einnahmenverlusten verursacht und das Risiko dauerhafter Schäden an seiner Ölinfrastruktur erhöht. Bessent fügte hinzu, dass das Finanzministerium einen großen Teil der Schattenflotte iranischer Tanker sanktioniert habe, die zur Umgehung bestehender Beschränkungen genutzt wird, und warnte, dass jedes Land oder Unternehmen, das weiterhin iranisches Öl kauft, mit dem Ausschluss aus dem US-Bankensystem rechnen müsse.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.