Das Währungspaar AUD/JPY fällt am Mittwoch während der frühen asiatischen Handelsstunden auf rund 114,50. Der Australische Dollar (AUD) schwächt sich gegenüber dem japanischen Yen (JPY) nach der Veröffentlichung des australischen Inflationsberichts ab. Händler bereiten sich auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (VPI) von Tokio am Freitag vor.
Die am Mittwoch vom Australian Bureau of Statistics (ABS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die VPI-Inflation des Landes im März auf 4,6% YoY von 3,7% im Februar anstieg, was hauptsächlich durch einen Treibstoffschock infolge des Nahostkonflikts bedingt war. Diese Zahl lag unter den Erwartungen von 4,7%. Gleichzeitig stieg der monatliche VPI im März um 1,1% gegenüber dem vorherigen Wert von 0%.
Der Aussie zieht in einer unmittelbaren Reaktion auf die schwächer als erwarteten Inflationsdaten einige Verkäufer an. Allerdings haben ein enger Arbeitsmarkt und stärker als erwartetes Wachstum Ende 2025 die Erwartungen auf eine weitere Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) im Mai gestützt. Dies könnte wiederum helfen, die Verluste des AUD zu begrenzen.
In Japan entschied die Bank of Japan (BoJ) nach Abschluss ihrer zweitägigen geldpolitischen Überprüfung am Dienstag, den kurzfristigen Zinssatz wie erwartet unverändert bei 0,75% zu belassen.
Gemäß der geldpolitischen Erklärung wird die Zentralbank die Zinssätze weiterhin entsprechend der Entwicklungen in Wirtschaft, Preisen und Finanzmärkten anheben. Es wurde festgestellt, dass Löhne und Preise stärkerem Aufwärtsdruck ausgesetzt sein könnten, als es die Produktionslücke vermuten lässt. Die BoJ wird den Zeitpunkt und das Tempo der geldpolitischen Anpassung mit besonderem Augenmerk auf die wirtschaftlichen und preislichen Auswirkungen der Entwicklungen im Nahostkrieg genau beobachten.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.