Der Australische Dollar steht kurz davor, die Freitags-Session unverändert zu beenden, obwohl eine Verbesserung der Markstimmung den Greenback laut dem US Dollar Index (DXY) in Richtung eines Vier-Wochen-Tiefs nahe 98,52 trieb. Die Hoffnungen, dass die US-Iran-Gespräche am Wochenende den Weg für weitere Verhandlungen ebnen könnten, um eine Einigung zu erzielen, dürften den AUD/USD wahrscheinlich über 0,7100 treiben und den wichtigen Widerstand am Hoch vom 9. April bei 0,7094 überwinden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar um 0,7070.
Auf dem Weg nach Norden überwand der AUD/USD das Hoch vom 1. April bei 0,6962, scheiterte jedoch knapp daran, den einfachen 20-Tage-SMA zu durchbrechen. Schließlich eroberten die Käufer am 7. April die Marke von 0,6978 – den 20-Tage-SMA – zurück und durchbrachen 0,7000, während das Paar auf dem Weg zu den Wochenhochs war, die am nächsten Tag erreicht wurden.
Trotzdem ließen die Käufer nach und konnten die Marke von 0,7100, die als nächster wichtiger Widerstand gilt, nicht überwinden, bevor die Trader auf das Jahreshoch vom 11. März bei 0,7187 zielen. Bei weiterer Stärke folgt als nächstes Ziel 0,7200.
Auf der Unterseite muss der AUD/USD unter den 50-Tage-SMA bei 0,7026 fallen, damit Trader hoffen können, die Marke von 0,7000 anzugreifen. Bei weiterer Schwäche wäre die nächste Station der 20-Tage-SMA bei 0,6978, gefolgt vom Swing-Tief vom 6. April bei 0,6875.

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.