USD/CAD bleibt im negativen Bereich für die vierte aufeinanderfolgende Sitzung und handelt während der asiatischen Stunden am Donnerstag um 1,3830. Das Paar schwächte sich, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) aufgrund höherer Ölpreise an Stärke gewann, was Kanadas Rolle als größter Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) widerspiegelt.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl hält seine Position nach vier Tagen der Gewinne und schwebt zum Zeitpunkt der Erstellung bei 60,50 USD pro Barrel. Das Aufwärtspotenzial der Ölpreise könnte eingeschränkt sein, da Versorgungsrisiken durch Überangebotsbedenken ausgeglichen werden, wobei die Internationale Energieagentur (IEA) betont, dass das globale Angebot in diesem Jahr die Nachfrage erheblich übersteigen wird, trotz einer moderaten Anhebung des Nachfragewachstums. Branchendaten zeigten auch, dass die Rohölbestände in den Vereinigten Staaten (US) in der vergangenen Woche um etwa 3 Millionen Barrel gestiegen sind.
Die Ölpreise gewannen an Boden, da nachlassende geopolitische Spannungen halfen, die Abwärtsrisiken für die Energienachfrage zu senken. US-Präsident Donald Trump schloss am Mittwoch den Einsatz militärischer Gewalt zur Aneignung Grönlands aus und erklärte, dass er von der Einführung von Zöllen auf Waren aus europäischen Ländern, die sich gegen seinen Versuch der Aneignung Grönlands wenden, Abstand nehmen würde.
Nachlassende geopolitische Spannungen zwischen den USA und Europa unterstützten den US-Dollar (USD) und halfen, die Verluste im USD/CAD-Paar zu begrenzen. Händler warten auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, das annualisierte Bruttoinlandsprodukt und die Inflationsdaten der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für frische Signale zur US-Wirtschaft.
Beamte der Federal Reserve (Fed) haben eine begrenzte Dringlichkeit zur Lockerung der Politik signalisiert, ohne klarere Beweise dafür, dass die Inflation nachhaltig auf das Ziel von 2% zusteuert, auch wenn die Märkte weiterhin 50 Basispunkte Zinssenkungen später in diesem Jahr einpreisen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.