Der Goldpreis (XAU/USD) hat im frühen asiatischen Handel am Donnerstag seine Gewinne auf nahe 4.790 USD reduziert. Das Edelmetall zieht sich von einem Rekordhoch von 4.888 USD zurück, nachdem US-Präsident Donald Trump von der Bedrohung durch europäische Zölle abgerückt ist und einen Rahmenvertrag für Grönland ankündigt.
Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass Trump sagte, er würde von der Einführung von Zöllen auf Waren aus europäischen Ländern, die sich gegen seinen Versuch wehren, Grönland zu übernehmen, Abstand nehmen. Er fügte hinzu, dass die Vereinigten Staaten und die Nordatlantikpakt-Organisation (NATO) "den Rahmen für einen zukünftigen Deal in Bezug auf Grönland gebildet haben." Hoffnungen auf eine Lösung in Trumps Ambitionen für Grönland, die Zölle vermeiden könnte, könnten traditionelle sichere Anlagen wie Gold kurzfristig untergraben.
"Gold mag pausieren, aber der Bullenmarkt ist nach wie vor intakt – mit Zinssenkungserwartungen, anhaltenden geopolitischen Spannungen und starkem Kaufverhalten der Zentralbanken, die das Risiko klar nach oben verschieben", sagte Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei ING Groep NV.
Dennoch hat Trump die Parameter des sogenannten "Rahmens" nicht näher erläutert, und es war unklar, was die Vereinbarung beinhaltet. Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil warnte vor verfrühter Optimismus, nachdem Trump von Drohungen abgerückt ist, Zölle als Druckmittel zur Übernahme Grönlands einzusetzen. Jegliche Anzeichen für eskalierende Spannungen zwischen den USA und der EU könnten das gelbe Metall stärken.
Händler warten auf die endgültige Lesung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das dritte Quartal (Q3), die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und die Daten zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), die später am Donnerstag fällig sind. Bei schwächeren als erwarteten Ergebnissen könnte dies den US-Dollar (USD) belasten und den Preis des in USD notierten Rohstoffs stützen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.