Der kanadische Dollar (CAD) handelt am Freitag kaum verändert gegenüber dem britischen Pfund (GBP), während GBP/CAD Schwierigkeiten hat, eine Richtung zu finden, da die Händler auf den neuesten Arbeitsmarktbericht aus Kanada nur verhalten reagieren. Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt das Paar um 1,8636 und schwebt nahe einem Monatshoch.
Die von Statistics Canada veröffentlichten Daten zeigten, dass die Nettoveränderung der Beschäftigung im Dezember um 8,2K stieg und damit die Markterwartungen eines Rückgangs um 5K übertraf, jedoch stark von dem Anstieg um 53,6K im November zurückging. Unterdessen stieg die Arbeitslosenquote von 6,5% auf 6,8% und lag damit über den Prognosen von 6,6%.
Das Lohnwachstum zeigte ebenfalls Anzeichen einer Abkühlung. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Dezember um 3,7% im Vergleich zum Vorjahr, nach 4,0% zuvor.
Aus der Perspektive der Geldpolitik ist es unwahrscheinlich, dass der gemischte Arbeitsmarktbericht die kurzfristigen Erwartungen für die Bank of Canada (BoC) wesentlich verändert. Die Märkte erwarten allgemein, dass die Zentralbank die Zinssätze bis weit ins Jahr 2026 unverändert lässt.
Obwohl einige Analysten auf die Möglichkeit einer Zinserhöhung gegen Ende des Jahres hingewiesen hatten, komplizieren die neuesten Arbeitsmarktdaten, die von steigender Arbeitslosigkeit und abkühlendem Lohnwachstum geprägt sind, diese Aussicht und verstärken die Argumentation für eine verlängerte Abwartestrategie.
Bei ihrer Sitzung im Dezember ließ die BoC ihren Leitzins unverändert bei 2,25% und stellte fest, dass die aktuelle Einstellung „ungefähr das richtige Niveau“ sei. Die Händler blicken nun auf die Inflationsdaten Kanadas, die später in diesem Monat veröffentlicht werden, und die helfen könnten, die kurzfristigen Erwartungen für die Geldpolitik zu gestalten.
Im Vereinigten Königreich richtet sich die Aufmerksamkeit auf die wichtigen wirtschaftlichen Veröffentlichungen der nächsten Woche, einschließlich der Arbeitsmarktdaten, die am Dienstag fällig sind, und des monatlichen Berichts zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für November, der für Donnerstag geplant ist.
Aus einer breiteren Perspektive begünstigt der Zinsunterschied zwischen der BoC und der Bank of England (BoE) weiterhin das Pfund, was GBP/CAD nach oben neigt.
Unterdessen ist der kanadische Dollar auch empfindlich gegenüber dem sich entwickelnden Ölmarkt. Die zunehmende Aufsicht Washingtons über die venezolanischen Ölflüsse hat die Erwartungen an ein höheres globales Angebot erhöht, was die Risiken einer Überversorgung verstärkt, die die Ölpreise deckeln und den Loonie belasten könnte, angesichts Kanadas Status als bedeutender Energieexporteur.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.