Der japanische Yen (JPY) hat gegenüber dem US-Dollar (USD) zugelegt und damit die meisten anderen G10-Währungen hinter sich gelassen. Geopolitische Unsicherheiten und eine ausgeprägte Risikoaversion prägten das Marktgeschehen. Rückenwind kam zudem von steigenden heimischen Renditen, die auf den höchsten Stand seit 1999 kletterten. Das Währungspaar USD/JPY verharrt jedoch weiter in einer engen Seitwärtsrange zwischen der Mitte der 154er- und dem oberen 157er-Bereich. Eine geringe Aktivität am Optionsmarkt spiegelt die verhaltene Marktstimmung wider, berichten die Devisenstrategen von Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret.
„Der Yen liegt gegenüber dem US-Dollar um 0,2 Prozent im Plus und ist in einem Umfeld breit angelegter Risikoaversion, ausgelöst durch geopolitische Entwicklungen und Sorgen im Zusammenhang mit Venezuela, der stärkste Performer unter den G10-Währungen. Die inländischen Renditen sind am ersten Handelstag des Jahres 2026 deutlich gestiegen. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen legte um rund sechs Basispunkte auf 2,12 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit 1999.“
„Der Anstieg der Renditen japanischer Staatsanleihen spiegelt anhaltende Sorgen über den fiskalischen Kurs Japans sowie Zweifel an der Fähigkeit der Bank of Japan wider, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Die Renditeabstände zwischen den USA und Japan verengen sich weiter zugunsten des Yen und verstärken damit die Abkopplung vom Kassakurs. Der Optionsmarkt bleibt jedoch ruhig. Es fehlen nennenswerte Bewegungen bei den Risk Reversals, was auf kaum veränderte – und weiterhin geringe – Prämien für Absicherungen gegen eine Yen-Aufwertung hindeutet.“
„Aus technischer Sicht steckt USD/JPY seit Mitte November in einer ausgeprägten Seitwärtsphase fest, die grob zwischen dem oberen 157er- und dem mittleren 154er-Bereich verläuft. Ohne einen Ausbruch aus dieser Spanne bleiben wir neutral.“