Das Währungspaar EUR/GBP wird während der frühen Handelsstunden in Europa am Dienstag flach bei etwa 0,8655 gehandelt. Das potenzielle Aufwärtspotenzial für das Paar könnte jedoch begrenzt sein, da die Bank of England (BoE) angedeutet hat, dass die Geldpolitik auf einem schrittweisen Abwärtspfad bleiben wird, was das Pfund Sterling (GBP) stärkt. Die vorläufige Lesung des deutschen Verbraucherpreisindex (CPI) wird später am Dienstag veröffentlicht.
Die britische Zentralbank erklärte in ihrer letzten Sitzung zur Geldpolitik im Jahr 2025, dass die Geldpolitik auf einem "schrittweisen Abwärtspfad" bleiben wird, nachdem sie die Zinssätze im Dezember um 25 Basispunkte (bps) auf 3,75 % gesenkt hatte. Dies könnte wiederum dem GBP Unterstützung bieten und als Gegenwind für das Paar wirken. Laut Reuters erwarten die Geldmärkte, dass die BoE in der ersten Jahreshälfte mindestens eine Zinssenkung vornimmt und preisen nahezu eine 50%ige Wahrscheinlichkeit für eine zweite Senkung vor Jahresende ein.
Steigende geopolitische Spannungen zwischen der Ukraine und Russland könnten die Stimmung rund um den Euro (EUR) gegenüber dem GBP belasten, da die Eurozone stark von russischen Öl- und Erdgasimporten abhängig ist. Das Verteidigungsministerium Russlands behauptete, dass die Ukraine seit Beginn des Jahres 2026 jeden Tag Moskau mit Drohnen angegriffen hat. Die Ukraine sagt, solche Angriffe zielen darauf ab, die militärische Logistik und die Energieinfrastruktur zu stören, die Kosten für Moskaus Kriegsanstrengungen zu erhöhen und auf wiederholte russische Raketen- und Drohnenangriffe im Krieg zu reagieren, den Russland vor fast vier Jahren begonnen hat.
Händler werden später am Tag weitere Hinweise aus der Schnellschätzung des CPI-Inflationsberichts aus Deutschland ziehen. Es wird erwartet, dass der deutsche CPI im Dezember um 0,2 % im Monatsvergleich steigt, während der harmonisierte Verbraucherpreisindex im gleichen Zeitraum um 0,4 % im Monatsvergleich steigen soll. Anzeichen für eine höhere Inflation in Deutschland könnten den EUR kurzfristig stützen.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.