TradingKey – Am 11. August US-Ostküstenzeit erinnerte Patrick Moorhead, ehemaliger Manager bei AMD (AMD), Gründer und Chefanalyst von Moor Insights & Strategy, in den sozialen Medien daran, dass Intel (INTC) seine eigene Produktpalette stets erweiterte, wenn AMD technologische Fortschritte erzielte. Da er den langjährigen Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen persönlich miterlebt hat, ist er nun der Ansicht, dass sich dieselbe Strategie im KI-Bereich erneut abspielt – allerdings mit Nvidia (NVDA) als Hauptakteur.
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Moorhead verbrachte 11 Jahre bei AMD. Seiner Erinnerung zufolge hatte in diesem Zeitraum vier Jahre lang AMD die Nase vorn und sieben Jahre lang Intel. Auf Grundlage dieser Erfahrung glaubt er, dass Nvidia seine enorme Finanzkraft und seine Ressourcen nutzt, um Intels damalige Wettbewerbsstrategie zu übernehmen.
Heute ist der technologische Burggraben von Nvidia noch tiefer als der von Intel damals. Neben der GPU-Hardware und dem CUDA-Ökosystem ist Nvidia auch Partnerschaften mit Institutionen wie BlackRock (BLK) und Goldman Sachs (GS) eingegangen, um mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital zu mobilisieren und Kunden Finanzierungsunterstützung für KI-Infrastruktur zu bieten. Dies bedeutet, dass sich der Wettbewerb von der technologischen Ebene auf die Kapitalebene ausgeweitet hat, und dieser Kapitalvorteil verstärkt wiederum Nvidias Lock-in-Effekt bei den Kunden.
KI-Kunden sind jedoch nicht bereit, sich an einen einzigen Lieferanten zu binden. Moorhead glaubt, dass der Markt unweigerlich nach Alternativen suchen wird, was AMD ein Zeitfenster für eine Aufholjagd eröffnet.
AMDs Antwort ist die Helios-Plattform, die 72 MI455X-Beschleuniger, EPYC-Prozessoren und 31 TB HBM4-Speicher integriert. AMD-Führungskräfte rechnen damit, dass das Produkt Umsätze in Milliardenhöhe generieren wird.
Auf Kundenseite hat sich Anthropic dazu verpflichtet, Helios-Rechenleistung im Umfang von 2 Gigawatt einzusetzen, wobei das erste Gigawatt im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen soll; auch OpenAI, Meta (META) und weitere Unternehmen stehen auf der Kundenliste.
Auch beim Software-Ökosystem wurden Fortschritte erzielt. AMD gab bekannt, dass Anthropic sein großes Modell innerhalb eines einzigen Wochenendes auf die ROCm-Plattform migriert hat, wobei der MI355-Chip in der Praxis getestet wurde. Dies zeigt, dass der Ökosystem-Vorteil von CUDA vor Herausforderungen steht.
Die AMD-Aktie schloss am Dienstag mit einem Plus von 1 % bei 474,32 US-Dollar. Morningstar wies am selben Tag einen geschätzten fairen Wert von 530 US-Dollar zu, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 12 % entspricht, und behielt zugleich die Bewertung mit „3 Sternen“ sowie die Empfehlung „Halten“ bei.

[Quelle: TradingView]
Das historische Beispiel von Intel zeigt, dass ein Scheitern entweder beim Fertigungsprozess oder beim Chipdesign das Fundament eines Unternehmens erschüttern kann. AMD stützt sich derzeit bei der Auftragsfertigung auf TSMC (TSM) und baut seine Designfähigkeiten weiter aus. Angesichts der umfassenden Vorteile von Nvidia bei Kapital und Ökosystem bleibt jedoch abzuwarten, ob AMD sein historisches Comeback gegen Intel aus dem CPU-Markt wiederholen kann.