Die Inflation in Thailand hat sich im Juli überraschend abgeschwächt. Wie die Strategen der Commerzbank feststellen, stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich nur noch um 2,0 Prozent und damit weniger als erwartet. Ausschlaggebend waren vor allem niedrigere Kraftstoffpreise im Einzelhandel. Während die Kerninflation zuletzt allmählich angezogen hat, bleibt der allgemeine Preisdruck überschaubar und liegt unter den Prognosen der Regierung. Die Bank of Thailand (BoT) dürfte ihren Leitzins daher bis zum Jahresende unverändert bei 1 Prozent belassen. Die gedämpfte Nachfrage spricht gegen eine geldpolitische Straffung.
„Die Verbraucherpreise im Juli überraschten nach unten und stiegen im Jahresvergleich um 2,0 Prozent (Bloomberg-Konsens: 2,4 Prozent), nach 2,4 Prozent im Juni. Damit wurde der niedrigste Wert seit März erreicht.“
„Dennoch bleibt der Preisdruck überschaubar. Die Kerninflation lag in den ersten sieben Monaten des Jahres im Durchschnitt bei 0,8 Prozent und damit unter der Prognose der Regierung von 1,5 Prozent für das Gesamtjahr.“
„Bei der Geldpolitik dürfte die Bank of Thailand (BoT) ihren Leitzins für den Rest des Jahres unverändert bei 1 Prozent belassen. Angesichts des moderaten Inflationsumfelds gibt es derzeit wenig Anlass für die BoT, ihren geldpolitischen Kurs anzupassen. BoT-Vizegouverneur Don Nakornthab erklärte kürzlich, dass die Inflation weiterhin unter Kontrolle sei und aufgrund des gedämpften Nachfragedrucks hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben könnte.“
„Am Devisenmarkt fiel USD/THB gestern um 0,2 Prozent auf 33,00 und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 22. Juni. Der Baht hat in den vergangenen vier Handelstagen aufgewertet, gestützt von steigenden Goldpreisen am Weltmarkt. Dennoch bleibt er in diesem Jahr die drittschwächste asiatische Währung. Seit Jahresbeginn hat der Baht gegenüber dem US-Dollar 4,5 Prozent verloren, während asiatische Währungen ohne Japan im Durchschnitt um 1,9 Prozent nachgegeben haben.“