Geoff Yu von BNY sieht Brasilien und Mexiko nach der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in einem günstigeren geldpolitischen Umfeld. Stabilere kurzfristige US-Renditen stützten die Laufzeiten im Schwellenländerbereich. Nach Einschätzung des Experten bieten Staatsanleihen aus Lateinamerika derzeit ein attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis als die jeweiligen Währungen. Hintergrund seien bereits stark positionierte Anleger und begrenztes Aufwärtspotenzial an den Devisenmärkten. Zugleich verbesserten sinkende reale US-Zinsen und ein schwächerer Dollar über den Importkanal die Inflationsaussichten für die Region.
„Die Zentralbanken in Brasilien und Mexiko dürften ihre Entscheidungen in einem etwas komfortableren geldpolitischen Umfeld treffen, da die Märkte positiv auf die Fed-Entscheidung reagiert haben. Die kurzfristigen US-Renditen sind besser verankert, und der Anstieg der US-Breakeven-Inflation hat das Argument für höhere reale US-Renditen deutlich geschwächt. Das ist für die Laufzeiten in den Schwellenländern von großer Bedeutung.“
„Die Auswahl der richtigen Anlageklassen bleibt für die Region jedoch schwierig. Entgegen unseren Erwartungen ist der globale Carry-Trade angesichts der Schwankungen an den verschiedenen Anlageklassen und des schwierigen geopolitischen Umfelds kaum vorangekommen.“
„Der Rückgang der kurzfristigen Dollar-Renditen hat das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert. Wir sehen jedoch größeres Potenzial bei Staatsanleihen. Lateinamerikanische Anleihen entwickelten sich bis Ende Juni und Anfang Juli schwach, wodurch sich zum Monatsende ein klares Potenzial für Umschichtungen ergibt.“
„Mit den sinkenden realen US-Zinsen und der Schwäche des Dollars dürften sich die Inflationsaussichten über den Importkanal weiter verbessern. Zudem ist die Region ohnehin weniger anfällig für globale Belastungen auf der Angebotsseite.“
„Niedrigere Absicherungsquoten als bislang vorgesehen sind in der Zwischenzeit ein guter Weg, um das Engagement im Devisenbereich schrittweise zu erhöhen.“