Schweizer Franken schwächt sich ab, da die Inflation im Juli auf ein Viermonatstief abkühlt

Quelle Fxstreet
  • Die Schweizer VPI fällt auf 0,4% und signalisiert eine minimale Weitergabe der Energiekosten.
  • Die Geldpolitik der SNB dürfte bis zum Jahresende unverändert bleiben.
  • Die Märkte preisen eine 65%ige Chance auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein.

USD/CHF bewegt sich nach zwei Tagen mit Kursgewinnen kaum und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag um 0,8100. Das Währungspaar könnte weiter zulegen, da der Schweizer Franken (CHF) aufgrund nachlassender inländischer Inflation Gegenwind erfährt.

Der Schweizer VPI verlangsamte sich im Juli auf 0,4% nach 0,5% im Vormonat und erreichte damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Diese Verlangsamung unterstreicht eine begrenzte Weitergabe der höheren geopolitischen Energiepreise und steht im Gegensatz zu den Erwartungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an einen moderaten kurzfristigen Inflationsanstieg nach ihrer Entscheidung, die Leitzinsen bei 0% zu belassen.

Franken unter Druck, da die SNB die Zinsen bei null belässt

Strategen bei Brown Brothers Harriman heben hervor, dass der "Schweizer VPI im Juli gedämpft bleibt", was das Fehlen von Inflationsdruck in der Wirtschaft unterstreicht. Ihrer Ansicht nach ist die "Kernaussage", dass die SNB "reichlich Spielraum hat, die Zinsen noch einige Zeit bei 0,00% zu belassen, was den CHF weiterhin belastet." Sie weisen darauf hin, dass der CHF vor diesem Hintergrund gedämpfter Preisdynamik und eines fest verankerten Leitzinses "bisher die G10-Währung mit der schlechtesten Performance in diesem Quartal ist."

Mit Blick nach vorn wird erwartet, dass die SNB die Kreditkosten bis zum Jahresende unverändert lässt; weitere Zinssenkungen bleiben eher ein Notfallplan als ein Basisszenario, insbesondere angesichts des Fehlens schwerer Belastungen im Schweizer Bankensektor.

Unterdessen bleibt die Kursbewegung des Paares gedämpft, da sich der US-Dollar (USD) inmitten anhaltender diplomatischer Unsicherheit stabilisiert. Die Spannungen nahmen zu, nachdem US-Präsident Donald Trump sein Angebot für Gespräche mit dem Iran als "letzte Chance" bezeichnete, nachdem er einen größeren Militärschlag abgesagt hatte. Die iranische Führung wies den Vorschlag umgehend zurück; General Mohsen Rezaei, ein Berater des Obersten Führers des Iran, lehnte die Bedingungen ab und erklärte, dass der Iran keinen zweiten Korridor in der Straße von Hormus zulassen werde.

Unterdessen passen die Marktteilnehmer ihre geldpolitischen Erwartungen weiter an, nachdem die Fed im Juli beschlossen hatte, die Zinsen unverändert zu lassen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 65% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der bevorstehenden Sitzung der Federal Reserve im September ein.

Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.

Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.

Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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