AUD/NZD wertet zum dritten Tag in Folge ab und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um etwa 1,2020. Das Währungspaar verliert an Boden, da der Neuseeland-Dollar (NZD) angesichts der zunehmenden hawkischen Stimmung rund um die geldpolitischen Aussichten der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) starke Unterstützung findet.
Laut Reuters erklärte RBNZ-Gouverneurin Anna Breman am Freitag, dass die Zinssätze wahrscheinlich früher und stärker als zuvor signalisiert steigen werden, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Während die Zentralbank während ihrer Mai-Sitzung am Mittwoch beschlossen hat, den Leitzins (Official Cash Rate, OCR) bei 2,25 % zu belassen, zeigte die Entscheidung ein tief gespaltenes Board, wobei drei Mitglieder für eine sofortige Zinserhöhung um einen Viertelpunkt stimmten und drei Mitglieder für den Status quo votierten.
Die Stärke des Neuseeland-Dollars wird zusätzlich durch einen Anstieg der inländischen Verbrauchervertrauensdaten gestützt. Der ANZ-Roy Morgan Consumer Confidence Index erholte sich im Mai auf 86,5, nachdem er im April mit 80,3 seinen niedrigsten Stand seit Mai 2023 erreicht hatte. Obwohl der Index im vergangenen Monat um 6 Punkte zulegen konnte, liegt er immer noch deutlich um 21 Punkte unter seinem Höchststand im Januar, was darauf hindeutet, dass sich die lokale Verbraucherstimmung zwar erholt, dies jedoch von einem stark gedrückten Niveau aus geschieht.
Im Gegensatz dazu kämpft der Australische Dollar (AUD) gegenüber dem Neuseeland-Dollar, da die Märkte die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA) deutlich zurückschrauben.
Die Anleger reagieren auf eine Reihe von Wirtschaftsdaten, die darauf hindeuten, dass die frühere geldpolitische Straffung der RBA erfolgreich in der australischen Wirtschaft ankommt. Ein schwächer als erwarteter Inflationswert für April, kombiniert mit schwachen Konsumausgaben und jüngsten Anzeichen für einen abkühlenden Arbeitsmarkt, hat die Marktteilnehmer veranlasst, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juni aggressiv zu reduzieren, was den Australischen Dollar belastet.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.