Die Rohstoffexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank weist darauf hin, dass die Kupferpreise trotz neuer Spannungen zwischen dem Iran und den USA sowie gestiegener Ölpreise nahe ihrem Intraday-Rekord vom Januar notieren. Die Märkte gehen derzeit davon aus, dass die wirtschaftlichen Folgen begrenzt bleiben, sofern eine Einigung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus erzielt wird. Eine längere Störung könnte jedoch das Wachstum belasten. Zusätzliche Unterstützung kommt von rückläufigen chinesischen Kupfererzimporten und möglichen Angebotsengpässen im Zusammenhang mit Schwefelsäuremangel.
„Die Erholung, die in den vergangenen Wochen an vielen Finanzmärkten – etwa an den Aktienmärkten – zu beobachten war, zeigt jedoch, dass der Markt derzeit nur begrenzte wirtschaftliche Auswirkungen der anhaltenden Krise im Nahen Osten befürchtet.“
„Dies gilt allerdings nur, wenn die Führung der USA und des Iran in absehbarer Zeit eine Einigung erzielen, die eine Öffnung der Straße von Hormus ermöglicht. Je länger die Blockade andauert, desto gravierender dürften die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sein. Das Risiko von Rückschlägen sollte daher nicht unterschätzt werden.“
„Abgesehen vom Iran-Konflikt gab es zuletzt auch einige Nachrichten, die die Preise stützten, etwa die chinesischen Handelsdaten für April. Diese zeigten eine Abschwächung der Kupfererzimporte, was auf eine mittelfristig weniger dynamische Kupferproduktion im wichtigsten Förderland hindeuten könnte.“
„Ein Grund dafür könnte sein, dass die Blockade der Straße von Hormus auch die Versorgung mit Schwefelsäure einschränkt, die im Kupfererzabbau benötigt wird. Dies könnte den Mangel an Kupfererz zusätzlich verschärfen.“