USD/JPY gewinnt etwas Boden zurück und steigt auf ein vier Tage hohes Tageshoch nahe 157,80, während die Händler die Kommentare von US-Finanzminister Scott Bessent zur unerwünschten Volatilität im Devisenmarkt verarbeiten, was zu Käufen des Yen führt. Zum Zeitpunkt der Erstellung liegt das Paar über 0,30% im Plus.
Das technische Bild von USD/JPY zeigt, dass das Paar nach der Intervention der BoJ am 30. April im Devisenmarkt neutral bis leicht abwärts gerichtet ist, was Käufer daran gehindert hat, die Marke von 158,00 zu testen.
Der Relative Strength Index (RSI) ist bearish, zeigt jedoch einen Aufwärtstrend, was darauf hindeutet, dass Käufer aktiv werden.
Für eine bullishe Fortsetzung muss USD/JPY die Marke von 158,00 überwinden. Dies könnte eine Bewegung in Richtung des 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 158,71 verstärken, gefolgt von der Marke bei 159,00. In diesem Bereich und bei 160,00 könnten die japanischen Behörden mit verbalen Interventionen bezüglich des Wechselkurses beginnen oder direkt in den Markt eingreifen.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung bei 157,00. Ein Durchbruch darunter würde das Tagestief vom 11. Mai bei 156,51 freilegen, gefolgt vom Tagestief vom 7. Mai bei 156,02.

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.