Die US-Großbank JPMorgan Chase hat am Dienstag bei der US Securities and Exchange Commission einen Registrierungsantrag für einen neuen Geldmarktfonds eingereicht. Der Fonds mit dem Namen „JPMorgan OnChain Liquidity-Token Money Market Fund“ soll unter dem Kürzel JLTXX gehandelt werden.
Bei JLTXX handelt es sich um einen tokenisierten Geldmarktfonds für Staatsanleihen, der auf der Ethereum-Blockchain basiert. Das Produkt führt sogenannte Token-Class-Anteile ein, die es Anlegern ermöglichen, über Blockchain-Transaktionen mit Fondsanteilen zu handeln, während die Eigentumsverhältnisse weiterhin klassisch verbucht werden.
Laut Antrag soll der Fonds vor allem in kurzfristige US-Staatsanleihen sowie in täglich fällige Rückkaufvereinbarungen investieren, die vollständig durch US-Staatsanleihen oder Bargeld besichert sind. Ziel der Strategie ist es, einen stabilen Nettoinventarwert von 1,00 US-Dollar je Anteil zu halten, laufende Erträge zu erzielen und gleichzeitig die Liquidität zu sichern.
JPMorgan teilte mit, dass ausschließlich US-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von maximal 93 Tagen erworben werden sollen.
Dem Antrag zufolge wird das Portfolio ausschließlich in auf US-Dollar lautende Wertpapiere investieren und gezielt Anlagen mit minimalem Kreditrisiko auswählen. Ein Teil der Mittel soll zudem in bar gehalten werden, um Rücknahmen und Liquiditätsanforderungen bedienen zu können.
Der Fonds wird von Kinexys Digital Assets betrieben, der Blockchain-Sparte von JPMorgan. Derzeit ist ausschließlich Ethereum als Netzwerk vorgesehen, wobei eine spätere Ausweitung auf weitere Blockchains möglich bleibt.
Nach der Struktur sollen die auf Ethereum erfassten Tokenbestände eins zu eins den im offiziellen Anlegerregister verbuchten Fondsanteilen entsprechen.
Das System nutzt eine genehmigungspflichtige Erweiterung auf Ethereum mit zugelassenen Adressen, Smart Contracts zur Ausgabe und Rücknahme von Token sowie Kontrollmechanismen im Einklang mit Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und anderen regulatorischen Anforderungen. Zudem sind direkte Transaktionen zwischen Anlegern möglich, die jedoch über das offizielle Register verarbeitet und verifiziert werden.
JPMorgan erklärte weiter, dass der Fonds so ausgestaltet ist, dass er als „Government Money Market Fund“ gemäß Regel 2a-7 des Investment Company Act qualifiziert. Demnach müssen mindestens 99,5 Prozent der Vermögenswerte in Bargeld oder durch die US-Regierung besicherte Wertpapiere investiert sein.
Zudem heißt es in dem Antrag, die Strategie sei darauf ausgelegt, die Anforderungen an Reservewerte im Rahmen des Gesetzes „Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins (GENIUS) Act“ zu erfüllen. Damit könnte das Produkt für Emittenten von Stablecoins als konforme Reserveanlage infrage kommen.
Mit dem Schritt baut JPMorgan seine Aktivitäten im Bereich der Tokenisierung weiter aus. Bereits im Dezember hatte die Bank den Fonds „My OnChain Net Yield Fund“ (MONY) gestartet. Gleichzeitig prüfen große Finanzinstitute verstärkt, reale Vermögenswerte in tokenisierter Form als digitale Varianten klassischer Finanzprodukte anzubieten.