Öl-Schock: Iran-Konflikt treibt Preise – China greift zu Notmaßnahmen

Quelle Fxstreet

Die Analystin Barbara Lambrecht von Commerzbank und ihr Team verweisen auf einen deutlichen Anstieg der Brent-Preise infolge der zunehmenden Spannungen zwischen Iran und den USA sowie auf politische Debatten in den Vereinigten Staaten über mögliche Entlastungen bei der Benzinsteuer. Zugleich sind die Rohölimporte Chinas im April deutlich gesunken. Für die kommenden Monate wird ein weiterer Rückgang erwartet, da sich Lieferungen aus Saudi-Arabien und dem Iran abschwächen. Peking greift verstärkt auf Reserven zurück, hält an Raffineriequoten fest und begrenzt Exporte, um die Versorgung im Inland zu stabilisieren. Insgesamt ergibt sich ein uneinheitliches Bild bei Öl und anderen Energieimporten.

Konflikt mit Iran und Chinas Importströme

„Der Preis für Brent-Rohöl reagierte auf die Entwicklungen mit einem Anstieg um 7 US-Dollar seit gestern auf aktuell 107 US-Dollar je Barrel. Dass die US-Regierung eine Aussetzung der Benzinsteuer erwägt, zeigt zudem, dass auch sie offenbar nicht zwingend von einer schnellen Einigung ausgeht.“

„Der Rückgang dürfte erst der Anfang sein, da weitere Einbrüche bei den Lieferungen aus Saudi-Arabien absehbar sind. Händlern zufolge haben sich die Lieferungen im Mai im Vergleich zum April halbiert und sind auf 20 Millionen Tonnen gefallen. Für Juni wird ein weiterer Rückgang auf 13 bis 14 Millionen Tonnen erwartet.“

„Zwar liegen die Verarbeitungszahlen für Rohöl im April noch nicht vor, doch deutet alles darauf hin, dass China erstmals seit längerer Zeit wieder auf seine über Jahre aufgebauten Rohölreserven zurückgegriffen hat. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission hat die Raffinerien angewiesen, ihre Produktionsquoten für 2025 ungeachtet der Kosten einzuhalten.“

„Zur Sicherung der Versorgungslage hat die chinesische Regierung zudem ein Exportverbot für Diesel und Benzin verhängt. In der Folge gingen die Ausfuhren von Ölprodukten im April im Vergleich zum Vormonat um ein Drittel auf 3,12 Millionen Tonnen zurück und erreichten damit den niedrigsten Monatswert seit mehr als neun Jahren.“

„Nach Angaben des Datenanbieters Oilchem befinden sich die kommerziellen Dieselbestände in China auf dem höchsten Stand seit dem Sommer 2024.“

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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