EUR/JPY weitet seine Gewinne am vierten Tag in Folge aus und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag bei rund 185,40. Das Währungspaar gewinnt an Wert, da der japanische Yen (JPY) nach der enttäuschenden Veröffentlichung der japanischen Daten zu den Konsumausgaben der Haushalte unter Druck gerät.
Der wirtschaftliche Ausblick Japans geriet am Dienstag erneut unter Druck, nachdem das Innenministerium einen deutlichen Rückgang der Konsumausgaben im März im Jahresvergleich um 2,9 % meldete. Dieser stärker als erwartete Rückgang markiert den vierten Monat in Folge schrumpfender persönlicher Ausgaben, da anhaltender Inflationsdruck die Kaufkraft der Haushalte weiter erodiert. Die Daten unterstreichen eine fragile inländische Erholung, die durch wachsende globale wirtschaftliche Unsicherheiten infolge der eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zusätzlich erschwert wird.
Innerhalb der Bank of Japan (BoJ) scheinen die Entscheidungsträger einen komplexen Weg zur Normalisierung zu beschreiten. Das Summary of Opinions der April-Sitzung zeigte, dass einige Mitglieder der Ansicht sind, die Realzinsen seien niedrig genug, um weitere Zinserhöhungen zu unterstützen, während andere die unvorhersehbare Lage im Nahen Osten mit Vorsicht betrachten. Trotz dieser geopolitischen Unsicherheiten deutet der Konsens darauf hin, dass eine Zinserhöhung bereits bei der nächsten Sitzung wahrscheinlich ist. Diese hawkische Neigung wurde durch diplomatische Bemühungen ergänzt, als Finanzministerin Satsuki Katayama die enge Zusammenarbeit zur Währungsstabilität mit dem US-Finanzminister Scott Bessent bekräftigte.
Unterdessen gewinnt das Währungspaar EUR/JPY weiter an Fahrt, gestützt durch einen resilienten Euro (EUR) und eine entschlossen hawkische Europäische Zentralbank (EZB). Das Mitglied des EZB-Rats Martin Kocher betonte, dass die Bank nicht zögern werde, Zinserhöhungen voranzutreiben, wenn die Energiepreise hoch bleiben. Da die Finanzmärkte nun eine 92%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Juni einpreisen und insgesamt drei Erhöhungen bis 2026 erwarten, sorgt die sich ausweitende geldpolitische Divergenz zwischen der EZB und der BoJ für einen stetigen Rückenwind für das Währungspaar.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.