Michael Wan von MUFG sieht einen deutlichen Kurswechsel: China hat erstmals offiziell sein 2021 verabschiedetes Blocking-Statut angewendet und richtet sich damit gegen jüngste US-Sanktionen gegen fünf chinesische Raffinerien im Zusammenhang mit iranischem Öl. Nach seiner Einschätzung verändert dieser Schritt die Wirkung sekundärer Sanktionen, erhöht rechtliche Risiken für Drittparteien und spiegelt Chinas wachsende Unabhängigkeit vom US-Dollar-System wider.
„Unterdessen hat China erstmals seit der Verabschiedung seines Blocking-Statuts im Jahr 2021 dieses offiziell angewendet und die Einhaltung jüngster US-Sanktionen untersagt, die sich gegen fünf chinesische Raffinerien richten, da ihnen eine Beteiligung an Geschäften mit iranischem Öl vorgeworfen wird.“
„Damit könnten Drittparteien, die aus Furcht vor US-Sanktionen diese einhalten, künftig rechtliche Risiken in China eingehen, wenn sie weiterhin US-Sanktionen befolgen.“
„Die Blocking-Regel ist darauf ausgelegt, den Wirkmechanismus sekundärer US-Sanktionen zu verändern, indem Marktteilnehmern signalisiert wird, dass die Einhaltung aus Sicht Chinas ungerechtfertigter extraterritorialer US-Sanktionen nicht zwangsläufig die ‚sichere Option‘ ist.“
„Insgesamt halten wir dies für eine sehr bedeutende Entwicklung, die genau beobachtet werden sollte – nicht zuletzt, weil sie im Vorfeld eines geplanten Treffens zwischen Präsident Xi und Trump erfolgt.“
„Mit Blick nach vorn erscheint es wahrscheinlich, dass China verstärkt offensivere Maßnahmen ergreifen wird, um seine Interessen zu schützen – insbesondere, wenn dieses Beispiel zeigt, dass Peking in der Lage ist, der Durchsetzung von US-Sanktionen entgegenzutreten.“