Palantir: Rekordquartal, 104% US-Wachstum, aber ist die Aktie jetzt wirklich noch kaufenswert?

Quelle Fxstreet

Palantir Technologies (NASDAQ: PLTR) hat am 4. Mai das beste Quartal seiner Unternehmensgeschichte vorgelegt. Und das nicht nur irgendwie, sondern mit Zahlen, die selbst in der wachstumsverwöhnten Softwarebranche herausragen. Der Umsatz lag bei 1,63 Mrd. US-Dollar und damit klar über den Erwartungen der Wall Street von 1,54 Mrd. US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie überzeugte: Statt der erwarteten 0,28 US-Dollar meldete Palantir 0,33 US-Dollar – ein Plus von 18 % gegenüber dem Konsens.

Noch beeindruckender fällt der Blick auf den Nettogewinn aus. Dieser hat sich im Jahresvergleich mehr als vervierfacht und erreichte 870,5 Mio. US-Dollar. Die Nettomarge lag damit bei starken 53 %. Für ein Softwareunternehmen in dieser Größenordnung ist das außergewöhnlich. Doch trotz dieser operativen Stärke bleibt die entscheidende Frage: Ist die Palantir-Aktie nach wie vor ein Kauf – oder ist die Bewertung inzwischen so hoch, dass selbst ein perfektes Quartal nicht mehr ausreicht?

Genau hier beginnt der eigentliche Konflikt. Palantir wächst rasant, ist profitabel, generiert enormen Cashflow und profitiert massiv vom KI-Trend. Gleichzeitig wird die Aktie mit extrem hohen Bewertungsmultiplikatoren gehandelt. Das macht Palantir zu einer der spannendsten, aber auch umstrittensten Aktien im gesamten Technologiesektor.

Palantir liefert ein Rekordquartal – und die Aktie reagiert positiv

Nach Vorlage der Zahlen legte die Palantir-Aktie im nachbörslichen Handel um 1,47 % auf 147,83 US-Dollar zu. Das zeigt: Der Markt hat die Zahlen zunächst positiv aufgenommen. Dennoch darfst du diesen Anstieg nicht isoliert betrachten. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie immer noch rund 18 % im Minus und notiert deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 207,52 US-Dollar.

Das ist ein wichtiger Punkt. Denn selbst hervorragende Fundamentaldaten schützen eine Aktie nicht automatisch vor Kursdruck, wenn die Bewertung zuvor zu ambitioniert war. Genau das erleben wir aktuell im Softwaresektor. Viele Wachstumsaktien werden neu bewertet, weil Anleger wieder stärker auf Profitabilität, Margen, Cashflow und realistische Wachstumserwartungen achten.

Palantir kann bei diesen Punkten zwar liefern. Aber die Aktie ist eben auch kein Schnäppchen. Deshalb ist die zentrale Frage nicht, ob Palantir ein starkes Unternehmen ist. Das ist es. Die entscheidende Frage lautet: Wie viel Wachstum ist bereits eingepreist?

CEO Alex Karp brachte die operative Stärke in seinem Aktionärsbrief sehr selbstbewusst auf den Punkt. Sinngemäß erklärte er, dass die aktuellen Finanzergebnisse ein Niveau an Stärke widerspiegeln, das die Leistung praktisch jedes anderen Softwareunternehmens in dieser Größenordnung historisch in den Schatten stelle. Das klingt gewaltig – und angesichts der Zahlen ist diese Aussage nicht aus der Luft gegriffen.

Das US-Geschäft von Palantir durchbricht die 100-%-Marke

Der wichtigste Wert des Quartals war aus meiner Sicht das US-Geschäft. Palantir erzielte in den USA einen Umsatz von 1,28 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 104 % gegenüber dem Vorjahr und 19 % gegenüber dem Vorquartal. Damit hat Palantir im US-Markt erstmals seit dem Börsengang per Direct Listing im Jahr 2020 wieder ein Wachstum von mehr als 100 % erreicht.

Besonders stark war dabei das kommerzielle US-Geschäft. Der Umsatz in diesem Segment stieg um 133 % auf 595 Mio. US-Dollar. Auch das US-Regierungsgeschäft legte kräftig zu und wuchs um 84 % auf 687 Mio. US-Dollar. Auffällig ist dabei, dass sich auch die Dynamik im Vergleich zum Vorquartal nochmals verbessert hat. Das Wachstum im Regierungsgeschäft beschleunigte sich von 66 % im vierten Quartal 2025 auf 84 % im ersten Quartal 2026.

Für dich als Anleger ist das ein wichtiges Signal. Palantir wächst nicht nur in einem einzelnen Bereich, sondern sowohl im kommerziellen Geschäft als auch im Regierungsgeschäft. Das reduziert die Abhängigkeit von einem einzigen Wachstumstreiber und zeigt, dass die Plattform zunehmend breiter akzeptiert wird.

Besonders beeindruckend ist die Entwicklung im kommerziellen Bereich. Palantir zählt mittlerweile 615 US-Geschäftskunden. Das entspricht einem Plus von 42 % im Jahresvergleich. Im Quartal schloss das Unternehmen 206 Deals mit einem Volumen von jeweils mindestens 1 Mio. US-Dollar ab. Darunter waren 72 Deals mit mehr als 5 Mio. US-Dollar und 47 Deals mit mehr als 10 Mio. US-Dollar.

Das ist entscheidend. Denn diese Zahlen zeigen, dass Palantir nicht nur kleine Testprojekte oder Pilotversuche verkauft. Die Größenordnung der Deals deutet darauf hin, dass Unternehmen die Lösungen tatsächlich in größerem Umfang einsetzen. Genau hier liegt ein großer Unterschied zwischen einem gehypten KI-Anbieter und einem Unternehmen, dessen Software tief in operative Prozesse eingebettet wird.

AIP wird zum Wachstumsmotor

Der größte Teil dieser Beschleunigung kommt laut Palantir von der Artificial Intelligence Platform, kurz AIP. Diese Plattform wird inzwischen sowohl bei zivilen Unternehmen als auch bei Verteidigungsorganisationen schnell ausgerollt.

Auf der AIPCon 9 wurden konkrete Beispiele genannt. SAP erreichte mit Hilfe der Palantir-Technologie eine Validierungsgenauigkeit von mehr als 99 % und konnte die Dauer von Cloud-Migrationen um über 70 % senken. GE Aerospace wiederum meldete eine Steigerung der Triebwerksproduktion um 26 %.

Das sind keine kosmetischen Verbesserungen. Solche Effizienzgewinne können für Großunternehmen massive wirtschaftliche Auswirkungen haben. Genau darin liegt der Kern der Palantir-Story: Das Unternehmen verkauft nicht einfach KI-Spielereien, sondern versucht, KI in kritische Geschäftsprozesse zu integrieren. Wenn dieser Ansatz weiter funktioniert, könnte Palantir tatsächlich eine der wichtigsten Infrastrukturaktien der KI-Welt werden.

Rule of 40 bei 145 %: Eine seltene Qualität in dieser Größenordnung

Ein weiteres Highlight des Quartals war der sogenannte Rule-of-40-Wert. Dieser lag bei Palantir bei unglaublichen 145 %. Zur Erklärung: Die Rule of 40 kombiniert Umsatzwachstum und operative Marge und gilt im Softwaresektor als wichtige Kennzahl, um die Qualität eines Geschäftsmodells zu beurteilen.

Bei Palantir setzt sich dieser Wert aus 85 % Umsatzwachstum und einer bereinigten operativen Marge von 60 % zusammen. Große Softwareunternehmen tun sich normalerweise schwer, Werte von über 60 bis 70 % zu erreichen. Ein Wert von 145 % ist daher außergewöhnlich und bringt Palantir in eine sehr seltene Kategorie innerhalb der gesamten Tech-Branche.

Auch die übrigen Profitabilitätskennzahlen sind stark. Das GAAP-Betriebsergebnis lag bei 754 Mio. US-Dollar, was einer operativen Marge von 46 % entspricht. Das bereinigte Betriebsergebnis erreichte 984 Mio. US-Dollar und damit eine bereinigte operative Marge von 60 %. Der bereinigte freie Cashflow lag im Quartal bei 925 Mio. US-Dollar. Das entspricht einer Free-Cashflow-Marge von 57 %, nachdem diese ein Jahr zuvor noch bei 42 % gelegen hatte.

Besonders stark ist auch die Bilanz. Palantir beendete das Quartal mit 8,0 Mrd. US-Dollar an Cash und US-Staatsanleihen – und ohne Schulden. Das gibt dem Unternehmen enorme finanzielle Flexibilität. Palantir muss sich nicht über Fremdkapital finanzieren, kann weiter investieren und bleibt auch in schwächeren Marktphasen handlungsfähig.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Net Dollar Retention von 150 %. Diese Kennzahl zeigt, dass bestehende Kunden nicht nur bleiben, sondern ihre Nutzung deutlich ausweiten. Für dich als Anleger ist das ein starkes Zeichen für die Dauerhaftigkeit der Umsätze. Selbst wenn die Neukundengewinnung irgendwann langsamer werden sollte, könnten bestehende Kunden weiterhin für Wachstum sorgen.

Palantirs Regierungsgeschäft: Vom Pentagon bis zur Landwirtschaft

Auf der staatlichen Seite baut Palantir seine Präsenz im Bereich US-Verteidigung und Nachrichtendienste weiter aus. Das Maven Smart System wird laut Unternehmen im gesamten „Department of War“ eingesetzt und soll KI-Fähigkeiten aus kontrollierten Laborumgebungen direkt zu aktiven Einsatzkräften bringen.

Cameron Stanley, Chief Digital and AI Officer des Department of War, bezeichnete das System als entscheidend für den Missionserfolg und die Sicherheit des Personals. Das zeigt, wie tief Palantir inzwischen in kritische staatliche Infrastrukturen eingebunden ist.

Doch Palantir bleibt nicht nur im Verteidigungssektor aktiv. Das Unternehmen hat auch die Zusammenarbeit mit dem US-Landwirtschaftsministerium, der USDA, ausgeweitet. Ziel ist es, amerikanische Farmen zu schützen und die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Lieferkette zu stärken. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein ungewöhnliches Einsatzfeld. Strategisch ist es jedoch spannend, weil es zeigt, wie breit Palantir den Begriff „tragende Institutionen“ definiert.

Genau hier liegt ein wichtiger Teil des Burggrabens. Palantir verkauft seine Software nicht nur an klassische Unternehmen, sondern an Organisationen, deren Systeme für Staat, Infrastruktur, Verteidigung, Industrie oder Versorgung essenziell sind. Wenn die Plattform einmal tief integriert ist, wird ein Wechsel für Kunden schwierig.

Airbus, NVIDIA und der Ausbau des kommerziellen Geschäfts

Auch im kommerziellen Bereich meldete Palantir wichtige Fortschritte. Besonders relevant ist die mehrjährige Verlängerung der Zusammenarbeit mit Airbus für die Skywise-Plattform. Diese Plattform wird von mehr als 50.000 Nutzern verwendet und deckt Bereiche wie Flugzeugdesign, Produktion und Lieferkette ab.

Das zeigt die sogenannte Stickiness der Palantir-Lösungen. Wenn Palantir einmal in zentrale Unternehmensprozesse eingebettet ist, bleibt die Software häufig langfristig im Einsatz. Für Anleger ist das attraktiv, weil solche Kundenbeziehungen wiederkehrende Umsätze und eine hohe Planbarkeit ermöglichen.

Spannend ist auch die Partnerschaft mit NVIDIA. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ein sogenanntes „Sovereign AI OS“ anbieten. Dabei sollen NVIDIA-Blackwell-Ultra-Hardware und Palantirs gesamtes Softwareportfolio kombiniert werden. Zielgruppe sind Kunden mit Anforderungen an Datensouveränität.

Das ist strategisch wichtig. Viele Regierungen, Behörden und Großunternehmen wollen KI nutzen, ohne sensible Daten unkontrolliert an externe Modellanbieter oder ausländische Cloud-Infrastrukturen abzugeben. Wenn Palantir hier eine zentrale Plattformrolle einnehmen kann, könnte daraus ein weiterer langfristiger Wachstumstreiber entstehen.

In einem Interview mit CNBC stellte CEO Alex Karp zudem in Aussicht, dass sich das gesamte US-Geschäft von Palantir – also Regierung und kommerzielle Kunden zusammen – im Jahr 2027 erneut vervierfachen könnte. Das ist eine extrem ambitionierte Aussage. Sollte Palantir auch nur annähernd in diese Richtung wachsen, wäre ein Teil der hohen Bewertung erklärbar. Sollte das Wachstum aber enttäuschen, wäre das Rückschlagpotenzial entsprechend groß.

Palantir erhöht die Prognose deutlich

Das Management hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich angehoben. Palantir erwartet nun einen Jahresumsatz von 7,65 bis 7,66 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von fast 71 % gegenüber dem Vorjahr und liegt klar über dem vorherigen Wall-Street-Konsens von 7,27 Mrd. US-Dollar.

Allein der kommerzielle Umsatz in den USA soll 2026 auf mehr als 3,224 Mrd. US-Dollar steigen. Das würde in diesem Bereich ein Wachstum von mindestens 120 % für das Gesamtjahr bedeuten. Auch das zeigt: Die Dynamik im US-Markt ist derzeit außergewöhnlich stark.

Für das zweite Quartal 2026 erwartet Palantir Umsätze zwischen 1,797 und 1,801 Mrd. US-Dollar. Die Markterwartung lag zuvor bei 1,68 Mrd. US-Dollar. Auch beim bereinigten operativen Ergebnis ist das Unternehmen optimistisch und rechnet mit 1,063 bis 1,067 Mrd. US-Dollar.

Zudem wurde die Prognose für den bereinigten freien Cashflow angehoben. Statt wie bisher 3,925 bis 4,125 Mrd. US-Dollar erwartet Palantir nun 4,2 bis 4,4 Mrd. US-Dollar. Das ist ein starkes Signal, denn es zeigt, dass das Wachstum nicht auf Kosten der Profitabilität geht.

Wichtig ist auch: Palantir bekräftigte das Ziel, in jedem Quartal des Jahres 2026 ein positives GAAP-Betriebsergebnis und einen positiven Nettogewinn zu erzielen. Für Anleger ist das ein entscheidender Anker. Denn gerade im KI- und Softwarebereich sind viele Unternehmen zwar wachstumsstark, aber auf Basis echter Rechnungslegungskennzahlen noch nicht nachhaltig profitabel. Palantir unterscheidet sich hier klar.

Die Kehrseite: Bewertung und bröckelnder Burggraben

So stark die Zahlen auch sind, die Palantir-Aktie bleibt ein extremer Streitfall. Das Quartal hat diese Debatte nicht beendet, sondern eher noch verschärft. Denn operativ läuft es hervorragend. Bewertungsseitig bleibt die Aktie aber anspruchsvoll.

Am 4. Mai senkte HSBC-Analyst Stephen Bersey seine Einschätzung für Palantir von „Buy“ auf „Neutral“ und reduzierte sein Kursziel auf 151 US-Dollar. Seine Sorge betrifft vor allem den Wettbewerb. Anbieter wie Anthropic und OpenAI greifen zunehmend Bereiche an, in denen Palantir bisher einen klaren Vorteil hatte: die enge Integration von Ingenieuren in Kundenunternehmen und die Umsetzung komplexer Enterprise-Projekte direkt beim Kunden.

Bersey warnte, dass traditionelle Eintrittsbarrieren zu erodieren beginnen. Außerdem steige durch die Verbreitung agentischer KI-Frameworks das Risiko einer Multiple-Kompression, weil sich Palantirs Differenzierungsmerkmal abschwächen könnte.

Diese Sorge ist nicht unbegründet. Die gesamte Softwarebranche steht unter Druck, weil KI-Modelle Funktionen automatisieren und standardisieren können, für die Unternehmen früher hohe Preise gezahlt haben. Wenn KI viele Softwarefunktionen austauschbarer macht, sinkt der Wert einzelner Anbieter. Genau das ist eine der größten Fragen für Palantir: Ist das Unternehmen ein Gewinner dieser Entwicklung – oder wird es durch neue KI-Wettbewerber selbst angreifbarer?

CEO Alex Karp sieht Palantir klar auf einem anderen Weg. Er argumentiert, dass sich viele KI-Modellunternehmen in einem extrem intensiven Wettbewerb befinden, in dem die Tokenkosten innerhalb weniger Jahre um den Faktor tausend gefallen seien. Palantir positioniert sich dagegen nicht als reiner Modellanbieter, sondern als Entwickler langlebiger Produktionsinfrastruktur.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Wenn Palantir tatsächlich die operative Schicht wird, auf der Unternehmen KI sicher, kontrolliert und produktiv einsetzen, wäre das Geschäftsmodell deutlich robuster als das vieler Modellanbieter. Wenn sich aber andere Anbieter ebenfalls erfolgreich in diese Integrationsschicht bewegen, könnte Palantirs Bewertungsprämie unter Druck geraten.

Die Bewertung bleibt der große Elefant im Raum

Der zweite große Risikofaktor ist die Bewertung. Die Palantir-Aktie wird derzeit je nach verwendeter Gewinnkennzahl mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 130 bis 234 gehandelt. Das ist extrem hoch.

Was bedeutet das für dich? Palantir muss über viele Jahre nahezu perfekt liefern, um diese Bewertung zu rechtfertigen. Das Unternehmen braucht weiterhin sehr hohes Umsatzwachstum, starke Margen, hohe Kundenbindung und eine klare Differenzierung gegenüber neuen KI-Konkurrenten. Schon kleinere Enttäuschungen könnten zu starken Kursverlusten führen.

Genau deshalb ist Palantir keine Aktie für Anleger, die ausschließlich auf günstige Bewertungen achten. Hier zahlst du einen massiven Preis für Qualität, Wachstum und Zukunftsfantasie. Das kann funktionieren, wenn Palantir seine dominante Rolle weiter ausbaut. Es kann aber auch schmerzhaft werden, wenn der Markt irgendwann entscheidet, dass selbst diese starken Zahlen nicht genug sind.

Technische Lage: Unterstützung hält, aber der Widerstand ist klar

Auch charttechnisch bleibt Palantir in einer sensiblen Lage. Die Aktie konnte sich zwar von der einfachen 200-Tage-Durchschnittslinie erholen, die kurzfristig als Unterstützung gedient hat. Gleichzeitig war die Aktie zuvor unter die einfache 50-Wochen-Durchschnittslinie gefallen. Das zeigt, dass der übergeordnete Trend angeschlagen ist.

Frühere Unterstützungszonen haben sich inzwischen in Widerstände verwandelt. Erste Versuche, wieder in Richtung der 100-Tage-Durchschnittslinie bei etwa 155 US-Dollar zu steigen, wurden abgewiesen. Genau diese Zone ist nun entscheidend.

Der Kurssprung nach den Quartalszahlen gibt den Bullen eine neue Chance. Sollte Palantir die 100-Tage-Linie zurückerobern und darüber bleiben, wäre das ein wichtiges technisches Signal. Scheitert die Aktie jedoch erneut in diesem Bereich, würde das Muster tieferer Hochs intakt bleiben, das den Kursverlauf seit Ende 2025 geprägt hat.

Für Trader ist die Lage daher relativ klar. Die Zone zwischen 130 und 135 US-Dollar ist kurzfristig als Unterstützung wichtig. Auf der Oberseite liegt der entscheidende Widerstandsbereich zwischen 155 und 160 US-Dollar. Erst ein sauberer Ausbruch darüber würde Raum für eine nachhaltigere Erholung schaffen.

Mein Fazit zur Palantir-Aktie

Palantir hat mit den Zahlen für das erste Quartal 2026 einen echten Meilenstein geliefert. Elf Quartale in Folge mit beschleunigtem Umsatzwachstum, ein Rule-of-40-Wert von 145 %, ein US-Geschäft mit erstmals wieder dreistelligem Wachstum seit dem Börsengang und eine Bilanz ohne Schulden – fundamental ist das extrem stark.

Besonders beeindruckend ist, dass Palantir nicht nur wächst, sondern gleichzeitig hochprofitabel ist. Die bereinigte Free-Cashflow-Marge von 57 %, die starke Net Dollar Retention von 150 % und die 8,0 Mrd. US-Dollar an liquiden Mitteln zeigen, dass hier kein klassischer Hype-Wert ohne Substanz unterwegs ist. Palantir ist operativ eines der stärksten Softwareunternehmen am Markt.

Aber genau hier liegt auch das Problem. Die Aktie ist längst kein Geheimtipp mehr. Mit einem KGV von deutlich über 130 ist extrem viel Zukunft eingepreist. Es gibt kaum Raum für Fehler. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb durch KI-Anbieter wie Anthropic und OpenAI zu, während sich die Frage stellt, ob Palantirs Burggraben langfristig wirklich so stark bleibt, wie viele Bullen glauben.

Für kurzfristige Trader ist die Strategie aus meiner Sicht relativ eindeutig: Die Zone von 130 bis 135 US-Dollar kann für spekulative Einstiege interessant sein, allerdings nur mit klarer Absicherung. Ein nachhaltiger Ausbruch über 155 bis 160 US-Dollar wäre das technische Signal, das eine stärkere Erholung bestätigen könnte.

Langfristige Anleger müssen sich dagegen eine andere Frage stellen: Glaubst du, dass Palantir seine außergewöhnliche Wachstums- und Margenqualität über viele Jahre halten kann? Wenn ja, könnte die Aktie trotz der hohen Bewertung weiterhin interessant sein. Wenn du aber auch nur kleinere Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Wachstums, der Wettbewerbsposition oder der Bewertung hast, solltest du vorsichtig bleiben.

Palantir ist zweifellos ein außergewöhnliches Unternehmen. Aber außergewöhnliche Unternehmen sind nicht automatisch außergewöhnlich gute Investments, wenn der Preis zu hoch ist. Genau deshalb bleibt Palantir eine Aktie mit enormem Potenzial – aber auch mit enormen Erwartungen.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
placeholder
Klimakiller KI: So plündern Big Techs unsere EnergiereservenInvesting.com – Der immense Stromverbrauch von Blockchains wie Bitcoin und Ethereum stand über viele Jahre hinweg im Fokus und wurde stets damit in Verbindung gebracht, wie umweltschädlich diese Techn
Autor  Investing.com
16.Jul. 2024
Investing.com – Der immense Stromverbrauch von Blockchains wie Bitcoin und Ethereum stand über viele Jahre hinweg im Fokus und wurde stets damit in Verbindung gebracht, wie umweltschädlich diese Techn
placeholder
Können die Quartalszahlen von Apple die schwächelnde Aktie ankurbelnInsights - Apple wird am Mittwoch, den 31. Oktober, nach Börsenschluss in den USA seine Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2024 veröffentlichen. Die Wall Street erwartet, dass der Umsatz von Apple im vierten Quartal im Jahresvergleich um 5 % auf 94,1 Milliarden US-Dollar steigen wird, während der Gewinn je Aktie um 4,85 % auf 1,59 US-Dollar wächst.
Autor  Mitrade Team
13.Feb. 2025
Insights - Apple wird am Mittwoch, den 31. Oktober, nach Börsenschluss in den USA seine Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2024 veröffentlichen. Die Wall Street erwartet, dass der Umsatz von Apple im vierten Quartal im Jahresvergleich um 5 % auf 94,1 Milliarden US-Dollar steigen wird, während der Gewinn je Aktie um 4,85 % auf 1,59 US-Dollar wächst.
placeholder
Pi Network Preis Jahresprognose: PI steht 2026 vor einem holprigen Weg, da die Community auf reale Anwendungsfälle schautDas Pi Network (PI) ist im Jahr 2025 um über 90% von seinem Allzeithoch von 3,00 USD abgestürzt, mit geringfügigen Erholungen auf dem Weg. Der Rückgang wurde durch das geringe Vertrauen der Anleger angeheizt, da die Migrationen zum Hauptnetz die Token-Einlagen auf von Know Your Business (KYB) verifizierten Börsen erhöhten
Autor  FXStreet
19.Dez. 2025
Das Pi Network (PI) ist im Jahr 2025 um über 90% von seinem Allzeithoch von 3,00 USD abgestürzt, mit geringfügigen Erholungen auf dem Weg. Der Rückgang wurde durch das geringe Vertrauen der Anleger angeheizt, da die Migrationen zum Hauptnetz die Token-Einlagen auf von Know Your Business (KYB) verifizierten Börsen erhöhten
placeholder
Ethereum unter Druck: Angst vor Zinsen und Krieg belastet den KursEthereum (ETH) notiert am Montag bei 2.260 US-Dollar, während Anleger die Auswirkungen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sowie aktueller US-Konjunkturdaten auf den Kryptomarkt verarbeiten.
Autor  FXStreet
Gestern 06: 10
Ethereum (ETH) notiert am Montag bei 2.260 US-Dollar, während Anleger die Auswirkungen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sowie aktueller US-Konjunkturdaten auf den Kryptomarkt verarbeiten.
placeholder
Gold erholt sich von einem über einmonatigen Tief; Aufwärtspotenzial scheint begrenztGold (XAU/USD) zieht am Dienstag während der asiatischen Handelssitzung einige Käufer an und kehrt einen Teil des am Vortag erfolgten Rückgangs zur Marke von 4.500 USD bzw. einem Einmonatstief um
Autor  FXStreet
vor 51 Minuten
Gold (XAU/USD) zieht am Dienstag während der asiatischen Handelssitzung einige Käufer an und kehrt einen Teil des am Vortag erfolgten Rückgangs zur Marke von 4.500 USD bzw. einem Einmonatstief um
verbundene Finanzinstrumente
goTop
quote