Das Währungspaar AUD/JPY baut Verluste nahe 112,65 in den frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag ab. Der Australische Dollar (AUD) legt nach der Zinssatzentscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) leicht zu. Händler warten auf die Pressekonferenz von Gouverneurin Michele Bullock um 04:30 GMT, um neuen Schwung zu erhalten.
Wie weithin erwartet, entschied die australische Zentralbank am Dienstag, den Leitzins (Official Cash Rate - OCR) um 25 Basispunkte (bps) auf 4,35 % von 4,10 % anzuheben, nachdem sie ihre geldpolitische Sitzung im Mai abgeschlossen hatte. Laut der geldpolitischen Erklärung der RBA stellte die Zentralbank eine deutliche Zunahme der Unsicherheit hinsichtlich des inländischen Wirtschaftsausblicks und der Inflation fest.
Die Folgen des Iran-Kriegs werden das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 um einen halben Prozentpunkt gegenüber den Prognosen vor dem Konflikt im Februar reduzieren, während das jährliche Wachstum in diesem Jahr auf 1,3 % halbiert wird.
Was den JPY betrifft, bleiben die Märkte nach vermuteten Interventionen der japanischen Behörden in höchster Alarmbereitschaft. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, Japan könne gegen spekulative Devisenbewegungen vorgehen.
Es gab keine offizielle Bestätigung, aber zahlreiche inoffizielle Signale – darunter eine „letzte Warnung“ eines hochrangigen Beamten: Das Finanzministerium (MoF) und die Bank of Japan (BoJ) intervenierten am Freitag am Devisenmarkt, um den japanischen Yen zu stärken. Die große Frage lautet nun: Wie lange wird die Stärke des JPY anhalten?“, sagte Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.