EUR/CAD gibt nach drei Tagen mit Gewinnen nach und handelt während der europäischen Handelsstunden am Mittwoch um 1,6200. Der Währungskreuzkurs hat Schwierigkeiten, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch höhere Ölpreise erhält. Es ist erwähnenswert, dass Kanada der größte Rohölexporteur der Vereinigten Staaten (US) ist.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl setzt seine Gewinnserie am vierten aufeinanderfolgenden Tag fort und handelt zum Zeitpunkt der Erstellung bei etwa 59,60 USD pro Barrel. Die Rohölpreise steigen aufgrund eines vorübergehenden Produktionsstopps an zwei großen Feldern in Kasachstan.
Die OPEC+ (Organisation der erdölexportierenden Länder und ihre Verbündeten) hat die Produktion in den Ölquellen Tengiz und Korolev am Sonntag aufgrund von Problemen bei der Stromverteilung eingestellt, wobei die Produktion möglicherweise weitere sieben bis zehn Tage offline bleibt, so Quellen von Reuters.
Marktanalyse erwartet weitgehend, dass die Bank of Canada (BoC) die Zinssätze für die bevorstehende Entscheidung am 28. Januar stabil halten wird, nachdem die Inflationsdaten für Dezember veröffentlicht wurden. Die Zentralbank wird voraussichtlich die Zinsen bis weit ins Jahr 2026 unverändert lassen, da die wirtschaftliche Lage gemischt ist.
Die jährliche Inflation des Verbraucherpreisindex (CPI) in Kanada stieg im Dezember auf 2,4% von 2,2% im November. Der monatliche CPI fiel im Dezember um 0,2%, verglichen mit einem Anstieg von 0,1% im vorherigen Wert. Unterdessen setzten die Kerninflationsmaße, die die Bank of Canada (BoC) genau überwacht, ihre Mäßigung im Dezember fort.
Der Euro (EUR) gewann gegenüber seinem Hauptwährungspartner an Boden, unterstützt durch stärker als erwartete deutsche Wirtschaftsdaten. Der ZEW-Wirtschaftsindex für Deutschland stieg im Januar auf 59,6, den höchsten Wert seit Juli 2021 und deutlich über der Prognose von 50, was Optimismus für eine wirtschaftliche Wende im Jahr 2026 signalisiert, trotz der Unsicherheit über die Handelspolitik der USA.
Händler sind sich der gestiegenen Sorgen über den Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten (US) und der Europäischen Union (EU) bewusst. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass es „kein Zurück“ bei seinen Ambitionen für Grönland gebe, und drohte zuvor mit neuen Zöllen von 10% auf acht EU-Länder, was die Bedenken über ein langsameres Wirtschaftswachstum anheizt. Das Europäische Parlament plant, die Genehmigung des im Juli vereinbarten Handelsabkommens mit den USA auszusetzen, wobei die Entscheidung am Mittwoch in Straßburg, Frankreich, bekannt gegeben werden soll, was eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Europa signalisiert. Trump wird am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos verschiedene Interessengruppen treffen, um über Grönland zu diskutieren.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.