Der Dollar-Index (DXY) bleibt nach Einschätzung von Devisenstratege Christopher Wong von OCBC gestützt, da höhere Renditen von US-Staatsanleihen und eine gedämpfte Risikostimmung die Nachfrage nach dem Greenback ankurbeln. Wong betont, dass die Bewegung weniger auf starke US-Konjunkturdaten zurückzuführen sei, sondern vielmehr auf Zins- und Risikoaversionseffekte. Kurzfristig könnte der Dollar gefragt bleiben, allerdings dürfte das Aufwärtspotenzial nachlassen, falls die Renditen sinken und anstehende US-Daten schwächer ausfallen.
„Der US-Dollar hat wieder etwas Tritt gefasst, da höhere Renditen bei US-Staatsanleihen und eine vorsichtigere Risikostimmung die Nachfrage nach dem Greenback gestützt haben.“
„Die jüngste Bewegung scheint weiterhin von den Zinsen getrieben zu sein, wobei die Renditen am langen Ende erhöht bleiben. Der Anstieg ist weniger durch eine starke fundamentale Lage der US-Wirtschaft bedingt, sondern vielmehr durch Zins- und Risikoaversionseffekte. Kurzfristig könnte der Dollar daher unterstützt bleiben, allerdings dürfte sich die Bewegung nicht fortsetzen, falls die Renditen nachgeben.“
„Heute stehen keine erstklassigen Konjunkturdaten an. Der Fokus liegt in dieser Woche auf dem Protokoll der FOMC-Sitzung, den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die USA sowie den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (21. Mai). Das Protokoll könnte Hinweise darauf geben, wie stark die Notenbankvertreter die anhaltende Inflation einschätzen, während die PMI-Daten zeigen dürften, ob die Dynamik der US-Wirtschaft anhält oder unter den restriktiveren Finanzierungsbedingungen nachlässt. Schwächere PMI-Daten oder ein weniger restriktiver Ton im Protokoll wären erforderlich, um die jüngste Aufwärtsbewegung zu dämpfen.“
Der Dollar-Index lag zuletzt bei 99,30 Punkten. Die tägliche Dynamik signalisiert weiter Aufwärtspotenzial, während der RSI bereits in den Bereich überkaufter Bedingungen tendiert. Widerstände liegen bei 99,40 Punkten (23,6-%-Fibonacci-Retracement) sowie im Bereich von 100,50/60 Punkten (Hoch von 2026). Unterstützungen finden sich bei 98,30/50 Punkten (21-, 100- und 200-Tage-Durchschnitte), bei 98,10 Punkten (50-%-Fibonacci-Retracement der Bewegung von Tief zu Hoch 2026) sowie bei 97,50/60 Punkten (Doppelboden, 61,8-%-Fibonacci-Retracement).