Das EUR/JPY-Paar notiert im frühen europäischen Handel am Donnerstag unverändert um 184,75. Die Märkte bleiben vorsichtig hinsichtlich weiterer Devisenmarktinterventionen, nachdem die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama erklärt hatte, dass sie jederzeit gegen übermäßige Volatilität am Devisenmarkt vorgehen werde.
Das stärker als erwartete japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal (Q1) könnte den japanischen Yen (JPY) stützen und als Gegenwind für das Währungspaar wirken. Das BIP Japans im ersten Quartal übertraf die Prognosen und wuchs mit einer annualisierten Rate von 2,1 % gegenüber geschätzten 1,7 %.
Andererseits könnten hawkische Kommentare von Politikern der Europäischen Zentralbank (EZB) den Euro (EUR) gegenüber dem JPY stärken. EZB-Politiker Joachim Nagel sagte am Dienstag, dass die Zentralbank auf ihrer Sitzung im Juni handeln müsse, da der Energieschock durch den Iran anhalte und die Wahrscheinlichkeit einer breiteren Inflationsausbreitung weiter steige.
Die Mehrheit der Ökonomen in der Reuters-Umfrage, etwa 85 %, gab an, dass die EZB im Juni ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte (bps) auf 2,25 % anheben werde, gegenüber etwas mehr als der Hälfte, die dies vor der April-Sitzung erwartet hatten.
Im Tageschart konsolidiert EUR/JPY seitwärts und hält sich über dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA), während es knapp unter der 20-Tage-Bollinger-Mittellinie notiert. Dies hält die unmittelbare Tendenz nach dem jüngsten Rücksetzer von den Höchstständen insgesamt neutral. Der Relative Strength Index (RSI) bei 47 schwankt um die Mittellinie, was auf fehlende Richtungsüberzeugung und nicht auf starken Verkaufsdruck hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am Bollinger-Mittelband bei rund 185,00, mit einer stärkeren Begrenzung am Hoch vom 12. Mai bei 185,46, falls die Bullen wieder an Fahrt gewinnen. Die nächste Hürde ist das obere Bollinger-Band nahe 187,15. Auf der Unterseite bietet der 100-Tage-SMA bei 184,32 erste Unterstützung, gefolgt vom Tief vom 7. Mai bei 183,50. Die kritische Unterstützung liegt am unteren Bollinger-Band bei etwa 182,88, wo ein nachhaltiger Bruch wahrscheinlich eine tiefere Korrektur auslösen würde.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.