Commerzbank-Strategen gehen davon aus, dass Brent-Rohöl schrittweise in Richtung der Vorkriegsniveaus zurückfallen dürfte. Grund seien verdeckte Tankerfahrten, sogenannte "Dark Transits", sowie Umleitungen, durch die das Angebot aus der Golfregion wieder zunimmt. Die Experten rechnen damit, dass sich das Transitvolumen bis Jahresende auf rund 8 Millionen Barrel pro Tag erholt und im kommenden Jahr möglicherweise auf 12 Millionen Barrel steigt. Ölprodukte und Erdgas dürften dagegen länger angespannt bleiben.
"Wir erwarten daher, dass sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus in den kommenden Quartalen allmählich normalisieren wird."
"Unsere Annahme ist, dass sich die Transitvolumina einschließlich der 'Dark Transits' bis zum Jahresende auf rund 8 Millionen Barrel pro Tag erholen und im kommenden Jahr sogar über dieses Niveau steigen werden. Nach sechs Monaten hätte diese schrittweise Deeskalation faktisch einen ähnlichen Effekt auf die Transportmengen wie der Abschluss einer Vereinbarung."
"Zusammengenommen könnte dies bedeuten, dass 13 Millionen Barrel Öl pro Tag - von ursprünglich 20 Millionen Barrel pro Tag aus der Golfregion - den Weltmarkt erreichen. Zudem ist die Ölproduktion außerhalb der Golfregion seit Kriegsausbruch im Durchschnitt um 1,2 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Zusammen würde dies das verbleibende Defizit auf etwa 5,8 Millionen Barrel pro Tag verringern."
"Sollten die Öltransporte im kommenden Jahr weiter steigen - etwa auf 12 Millionen Barrel pro Tag -, würde sich die Angebotslücke auf weniger als 2 Millionen Barrel pro Tag verkleinern. Für den globalen Ölmarkt wäre dies insgesamt von geringer Bedeutung. Wir erwarten daher, dass der Ölpreis in den kommenden Quartalen nachgibt und bis Mitte nächsten Jahres wieder in die Nähe seiner Vorkriegsniveaus zurückkehrt."
"Die Preise für Ölprodukte und Erdgas dürften daher auch in den kommenden Quartalen über ihren Vorkriegsniveaus bleiben."