Der Goldpreis (XAU/USD) gibt während der frühen asiatischen Handelsstunden am Montag auf nahe 4.340 USD nach. Das Edelmetall steht weiterhin unter Verkaufsdruck, da stärker als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten die Aussicht erhöht haben, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen noch in dieser Woche anheben wird.
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) ohne Nahrungsmittel- und Energiekosten stieg im August auf Monatsbasis um 0,3% nach 0,2% im Juli, wie das Bureau of Labor Statistics am Freitag mitteilte. Dieser Wert lag über der Markterwartung von 0,2%.
Die jüngsten Inflationsdaten setzen die US-Notenbank unter Druck, bei ihrer Sitzung am Mittwoch die erste Zinserhöhung seit drei Jahren vorzunehmen. Höhere Zinsen belasten Gold in der Regel, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft und damit verzinsliche Anlagen vergleichsweise attraktiver macht.
Laut dem CME FedWatch Tool sprang die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf fast 86,2% und damit von 72% vor den US-EPI-Daten.
Die Zinsentscheidung der Fed wird am Mittwoch im Mittelpunkt stehen. Händler werden weitere Hinweise von der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden nach der geldpolitischen Sitzung erhalten. Jegliche dovishen Kommentare von Fed-Entscheidungsträgern könnten dazu beitragen, die Verluste von Gold kurzfristig zu begrenzen.
"Während die Märkte offenbar ihre sprichwörtlichen Wetten auf eine Zinserhöhung platzieren, ist es wahrscheinlich, dass die Mitglieder des FOMC nicht ganz so eindeutig sein werden. Die Tauben im Ausschuss, von denen es viele gibt, dürften argumentieren, dass der Rückgang der jährlichen Kerninflation Geduld rechtfertigt. Infolgedessen dürfte diese Datenveröffentlichung die Unsicherheit vor der Fed-Entscheidung eher erhöhen als verringern," sagte Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst bei capital.com.
Laut TD Securities konnte das gelbe Metall "die Unterstützung im höheren Bereich halten, obwohl der Markt mit der erneuten Aufwärtsbewegung bei Energie und dem kurzfristigen Anstieg der Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung zu kämpfen hat," was die Widerstandsfähigkeit von Gold innerhalb des Edelmetallkomplexes trotz sich verändernder makroökonomischer Gegenwinde unterstreicht.
Im Tages-Chart konsolidiert sich XAU/USD in einem neutralen Ton und hält sich knapp oberhalb des 100-Tage-Durchschnitts (MA) bei 4.332,30 USD, während es unterhalb des mittleren Bandes des 20-Tage-Simple Moving Average (SMA) der Bollinger-Bänder gedeckelt bleibt. Diese Positionierung deutet auf einen Markt hin, der zwischen sich erholender Trendunterstützung und darüber liegendem Range-Widerstand gefangen ist, wobei der Relative Strength Index (14) bei 47,11 auf ein ausgeglichenes Momentum nach dem jüngsten Rücksetzer hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim mittleren Band des 20-Tage-SMA der Bollinger-Bänder bei 4.460 USD, wobei sich eine klarere bullishe Fortsetzung erst eröffnet, wenn die Kurse in Richtung des oberen Bollinger-Bands bei 4.680 USD steigen. Auf der Unterseite bietet der 100-Tage-Durchschnitt bei 4.330 USD unmittelbare Unterstützung, während ein tieferer Rückgang das untere Bollinger-Band als nächste wichtige Nachfragezone um 4.238,07 USD freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.