Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am frühen Mittwoch im asiatischen Handel auf nahe 4.070 USD. Das Edelmetall schwankt, da Händler angesichts der Unsicherheit im Nahen Osten den Zinspfad der Federal Reserve (Fed) abwägen.
The Guardian berichtete am Dienstag, dass US-Außenminister Marco Rubio gesagt habe, es gebe Fortschritte in den Gesprächen mit Iran und Oman darüber, mehr Schiffe durch die Straße von Hormus zu bringen, eine endgültige Einigung sei jedoch noch nicht erzielt worden. Unterdessen sagte US-Finanzminister Scott Bessent, Washington könne bis morgen eine Einigung mit Teheran erzielen, um die wichtige Wasserstraße wieder zu öffnen.
Nachlassende Spannungen zwischen den USA und Iran könnten die durch Energie getriebenen Inflationssorgen lindern und Händler dazu veranlassen, ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen der Fed zu reduzieren. Dies wiederum könnte dem unverzinslichen Gold etwas Unterstützung bieten. Laut dem CME FedWatch-Tool haben die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von fast 60% eingepreist, dass die US-Notenbank auf ihrer September-Sitzung die Zinsen anheben wird.
Dennoch bleibt die Unsicherheit im Nahen Osten hoch, da es keine direkten Gespräche zwischen den USA und Iran gibt. Das Außenministerium Katars erklärte, die Bemühungen zur Lösung des US-Iran-Konflikts befänden sich "in sehr fortgeschrittenen Stadien", und fügte hinzu, dass Entwürfe für eine mögliche Vereinbarung "im Umlauf" seien, es jedoch keine direkten Gespräche zwischen den beiden Seiten gebe. Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Gespräche genau beobachten.
Die Märkte könnten sich im weiteren Wochenverlauf vor den entscheidenden US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag anstehen, vorsichtiger verhalten. Dieser Bericht könnte weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed liefern.
"Alles, was wirtschaftliche Schwäche zeigt, ist wahrscheinlich positiv für Gold, vor allem weil es die Wahrscheinlichkeit oder die Notwendigkeit verringert, dass die Zentralbank bei den Zinssätzen aktiv wird," sagte Bart Melek, Global Head of Commodity Strategy bei TD Securities.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.