Die Käufer im EUR/JPY stoppen die Talfahrt nach drei aufeinanderfolgenden Verlusttagen und verbuchen am Dienstag moderate Gewinne von 0,56 %. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Währungspaar bei rund 181,90, nachdem US- und japanische Behörden in den Devisenmärkten interveniert hatten, um den japanischen Yen gegenüber seinen Pendants zu stärken.
Nach der Intervention der vergangenen Woche wechselte der EUR/JPY von einem bullischen zu einem seitwärts gerichteten Handel mit leichtem Abwärtsbias, nachdem der 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) überwunden worden war. Das Momentum deutet auf weitere Abwärtsbewegungen hin, da der Relative Strength Index (RSI) in Richtung überverkauftes Terrain fällt.
Für eine Fortsetzung der bärischen Bewegung müssen die Verkäufer die Marke von 180,00 durchbrechen. Darunter liegt das Zyklustief vom 3. August bei 179,3, vor dem Hoch vom 30. Oktober 2025 bei 178,82
Für eine Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung müssen Händler den EUR/JPY über die Marke von 182,00 und anschließend über 183,00 drücken. Oberhalb dieser beiden Marken liegt der 200-Tage-SMA bei 183,74.

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.