West Texas Intermediate (WTI) – der Benchmark-Preis für US-Rohöl – baut auf seiner moderaten bullischen Kurslücke auf und klettert während des asiatischen Handels am Montag über die Marke von 74,00 USD. Eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus sorgen für eine zusätzliche Unsicherheit am Energiemarkt und verleihen dem schwarzen Gold einen ordentlichen Auftrieb.
Aus technischer Sicht behält der Rohstoff eine kurzfristig bärische Tendenz unterhalb des 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) und des 23,6%-Fibonacci-Retracement-Levels des Rückgangs von April bis Juli bei. Gleichzeitig ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD) positiv geworden, was auf einen sich aufbauenden Aufwärtsmomentum hindeutet. Der Relative Strength Index (RSI) bei rund 47 liegt jedoch noch unterhalb der Mittellinie, was darauf schließen lässt, dass Erholungen weiterhin innerhalb einer breiteren begrenzten Struktur stattfinden und noch keine bestätigte Trendwende vorliegt.
Daher könnte jede weitere Aufwärtsbewegung weiterhin am 23,6%-Fibo.-Level nahe 76,58 USD auf Widerstand stoßen, gefolgt vom 200-Tage-EMA bei 77,19 USD. Dies bildet die erste kritische Angebotszone, die die Bullen zurückerobern müssten, um den Abwärtsdruck zu verringern. Weiter oben liegt der Widerstand beim 38,2%-Retracement um 82,45 USD, gefolgt vom 50%-Level nahe 87,20 USD und dem 61,8%-Retracement nahe 91,95 USD, mit höheren Barrieren bei 98,71 USD. Auf der Unterseite befindet sich die wichtigste strukturelle Unterstützung am vorherigen Zwischentief bei rund 67,08 USD, dessen Unterschreitung das breitere bärische Bein wieder eröffnen würde.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.