Derek Halpenny von MUFG sieht in dem Protokoll der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum neue Erkenntnisse. Es bestätige jedoch die Bereitschaft der Währungshüter zu einer weiteren Zinserhöhung und stütze damit die Prognose von MUFG, wonach die EZB im September die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte anheben dürfte. Obwohl der Euro im Juli bislang die schwächste Währung unter den G10-Staaten ist, könnten eine Wende bei der Entwicklung der zweijährigen Renditedifferenz sowie potenziell sinkende US-Renditen dem EUR/USD-Paar in den kommenden Wochen neuen Auftrieb verleihen.
„Die EZB dürfte sich deutlich weniger Sorgen darüber machen, dass sich die langfristigen Inflationserwartungen von ihrem Ziel lösen könnten, nachdem der 5-Jahres-5-Jahres-Inflationsswap seit der Vereinbarung der ersten Waffenruhe zurückgegangen ist.“
„Sollten die Preise für Rohöl und/oder Erdgas allerdings kräftig anziehen, würden die Risiken selbstverständlich wieder steigen. Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben die langfristigen Inflationserwartungen jedoch gut verankert.“
„Vor diesem Hintergrund sehen wir weiterhin das Risiko, dass die EZB erneut handelt – im Einklang mit unserer aktuellen Prognose einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September.“
„Der Euro ist im Juli derzeit die schwächste G10-Währung. Allerdings hat sich die zweijährige Renditedifferenz inzwischen zugunsten einer moderaten Erholung des EUR/USD-Wechselkurses zu drehen begonnen.“
„Wir sehen weiterhin das Risiko sinkender US-Renditen, was den erneuten Aufwärtstrend des EUR/USD zusätzlich stützen dürfte.“