Die meisten asiatischen Aktien notieren am Montag im negativen Bereich angesichts der erneuten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nach Berichten über US-iranische Luftangriffe und der Schließung der wichtigen Straße von Hormus durch Teheran.
Die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran tauschten am Wochenende Luftangriffe aus, wobei Teheran US-Einrichtungen in mehreren Golfstaaten angriff und die Straße von Hormus für geschlossen erklärte. Das US-Militär erklärte in einem Beitrag in sozialen Medien, dass die Angriffe darauf abzielten, Irans Fähigkeit zu begrenzen, zivile Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, und fügte hinzu, dass US-Präsident Donald Trump „die Angriffe angewiesen hat, um iranische Streitkräfte zur Rechenschaft zu ziehen.“
Der südkoreanische Aktienindex KOSPI fiel um mehr als 7,95 % auf 6.880, da die Schwergewichte der Chipindustrie erneut unter Druck gerieten. Die Aktien von Samsung Electronics gaben um fast 7 % nach, während SK Hynix um 11 % einbrach.
Unterdessen fiel der Nikkei 225, Japans Leitindex, um 2,20 % auf 67.040. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte am Freitag, dass die Regierung Maßnahmen verfolgt, die unter anderem den Government Pension Investment Fund (GPIF) umfassen würden, um „erheblich größere Investitionen in japanische Finanzanlagen“ zu tätigen.
Die Aktienmärkte in China und Hongkong verlieren am Montag an Schwung, wobei der SHANGHAI, Chinas Hauptaktienindex, um 1,70 % auf 3.930 fiel. Die Hongkonger Börse stieg um 0,1 % auf 24.200.
Der indische Nifty50 lag am Montag mit 0,27 % im Minus bei 24.141. In Taiwan stieg der Taiex um 0,39 % auf 45.540. Andere Märkte in Südostasien notieren niedriger.
Asien trägt rund 70 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei und beheimatet mehrere bedeutende Börsenbarometer. In den entwickelten Volkswirtschaften der Region ragen vor allem der Nikkei 225, der 225 Unternehmen an der Börse Tokio umfasst, sowie der südkoreanische KOSPI heraus. China verfügt mit dem Hang Seng Index, dem Shanghai Composite und dem Shenzhen Composite über drei zentrale Indizes. Als große Schwellenwirtschaft rückt zudem Indien stärker in den Fokus internationaler Investoren, die vermehrt in Unternehmen investieren, die im BSE Sensex und im Nifty 50 gelistet sind.
Die großen Volkswirtschaften Asiens unterscheiden sich deutlich in ihrer Struktur, entsprechend variieren auch die prägenden Sektoren. Technologieunternehmen haben in Japan und Südkorea ein starkes Gewicht und gewinnen auch in China zunehmend an Bedeutung. Finanzdienstleister prägen insbesondere Börsenplätze wie Hongkong oder Singapur, die als wichtige regionale Finanzzentren gelten. In China und Japan spielt zudem die Industrie eine zentrale Rolle, etwa in der Automobilproduktion oder der Elektronikfertigung. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in Ländern wie China und Indien gewinnen außerdem Einzelhandel und E-Commerce an Bedeutung.
Die Entwicklung asiatischer Aktienindizes wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst. Maßgeblich sind vor allem die Geschäftszahlen der im jeweiligen Index enthaltenen Unternehmen, die im Rahmen von Quartals- und Jahresberichten veröffentlicht werden. Darüber hinaus spielen die wirtschaftlichen Fundamentaldaten der einzelnen Länder, geldpolitische Entscheidungen der Zentralbanken sowie die Fiskalpolitik der Regierungen eine wichtige Rolle. Auch politische Stabilität, technologischer Fortschritt und die Rechtsstaatlichkeit können die Märkte beeinflussen. Hinzu kommt die Entwicklung der US-Börsen, da sich viele asiatische Märkte häufig an den Vorgaben der Wall Street orientieren. Schließlich wirkt sich auch die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten aus, da Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren als risikoreichere Anlageform gelten.
Aktieninvestitionen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. In Asien kommen spezifische regionale Faktoren hinzu. Die politischen Systeme reichen von gefestigten Demokratien bis hin zu autoritären Strukturen, wodurch sich Stabilität, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Anforderungen an die Unternehmensführung teils deutlich unterscheiden. Geopolitische Spannungen wie Handelskonflikte oder territoriale Auseinandersetzungen können ebenso für Kursschwankungen sorgen wie Naturkatastrophen. Zudem beeinflussen Wechselkursbewegungen die Bewertung von Aktienmärkten in der Region. Besonders exportorientierte Volkswirtschaften reagieren empfindlich auf Währungsschwankungen: Eine starke Landeswährung kann die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland beeinträchtigen, während eine schwächere Währung die Exportchancen verbessert.