Der US Dollar Index (DXY) handelt am Freitag innerhalb einer volatilen Spanne, da ein spärlicher US-Wirtschaftskalender die Händler dazu veranlasst, die Entwicklungen im Nahen Osten nach den erneuten Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran in dieser Woche zu beobachten. Dennoch hat der jüngste Aufflammen nur begrenzte Unterstützung geboten, wobei der DXY die Woche nahezu unverändert beenden dürfte.
Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes notiert der Index, der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen verfolgt, bei rund 100,85, nachdem er zuvor in der asiatischen Sitzung auf ein Ein-Wochen-Tief von 100,60 gefallen war.
Am Freitag erklärte US-Präsident Donald Trump in einem Beitrag auf Truth Social, dass der Iran um die Fortsetzung der Gespräche gebeten habe und die USA zugestimmt hätten, während er erneut betonte, dass der Waffenstillstand „vorbei“ sei.
Die Mischung aus Diplomatie und anhaltenden Spannungen hält die Händler vorsichtig in Bezug auf ein schnelles Ende des Krieges. Unterdessen haben hawkishe Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) die US-Dollar-Bären in der Defensive gehalten.
Die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Fed-Sitzung im Juni bestätigten die Ansicht, dass Zinssenkungen vorerst vom Tisch sind, da die Entscheidungsträger weiterhin besorgt über die Inflation sind, die deutlich über dem 2%-Ziel der Zentralbank liegt.
Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sagte am Donnerstag, dass „die Inflation immer noch viel zu hoch“ sei, fügte hinzu, dass die Fed „aktiv Szenarien rund um die Inflation diskutiert“ und sich verpflichtet fühlt, die Inflation wieder auf ihr Ziel zurückzuführen.
Nach dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine etwa 70%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed die Zinsen bei der Sitzung in diesem Monat unverändert lässt, während die Chancen für eine Zinserhöhung im September bei 58% liegen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) der nächsten Woche, die am Dienstag veröffentlicht werden und die Erwartungen an den Zinspfad der Fed in den kommenden Monaten prägen könnten.
Inflationäre oder deflationäre Entwicklungen werden erfasst, indem regelmäßig die Preise eines repräsentativen Warenkorbs aus Gütern und Dienstleistungen zusammengezählt und im sogenannten Verbraucherpreisindex (VPI) dargestellt werden. Die entsprechenden VPI-Daten werden monatlich vom US-Arbeitsministerium erhoben und veröffentlicht. Der sogenannte MoM-Wert (Month-over-Month) zeigt dabei die Preisveränderung im Vergleich zum Vormonat. Der VPI ist ein zentraler Indikator zur Einschätzung der Inflationsrate und der Kaufkraftentwicklung. In der Regel wird ein hoher VPI-Wert als positiv (bullish) für den US-Dollar (USD) gewertet, während ein niedriger Wert als negativ (bärisch) gilt.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Di Juli 14, 2026 12:30
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: -0.1%
Vorher: 0.5%
Quelle: US Bureau of Labor Statistics
Die US-Notenbank (Fed) verfolgt ein doppeltes Mandat: die Sicherstellung von Preisstabilität und maximaler Beschäftigung. Gemäß diesem Auftrag sollte die Inflation bei etwa 2 % im Jahresvergleich liegen. Doch genau dieser Aspekt stellt seit der Pandemie – die die Weltwirtschaft nachhaltig beeinflusst – die größte Herausforderung für die Zentralbank dar. Der Preisdruck bleibt hoch, da anhaltende Lieferkettenprobleme und Engpässe die Teuerung weiter anheizen. Gleichzeitig verharrt der Verbraucherpreisindex (CPI) auf einem Mehrjahreshoch. Die Fed hat bereits erste Maßnahmen ergriffen, um die Inflation einzudämmen, und wird ihre restriktive Geldpolitik voraussichtlich auch in absehbarer Zukunft beibehalten.