Gold (XAU/USD) zieht nach dem Pullback vom über zwei Wochen alten Hoch am Vortag frische Käufer an und steigt während der asiatischen Sitzung am Freitag in den Bereich von 4.732 bis 4.733 USD. Trotz erneuter Feindseligkeiten in der Straße von Hormus zeigen sich Investoren hoffnungsvoll hinsichtlich eines möglichen US-iranischen Friedensabkommens. Dies löst eine neue Abwärtsbewegung bei den Rohölpreisen aus, mildert inflationsbedingte Sorgen und dämpft die Erwartungen an eine restriktivere US-Notenbank (Fed). Diese Aussichten begrenzen wiederum eine weitere Aufwertung des US-Dollars (USD) und erweisen sich als wichtiger Faktor, der dem Edelmetall Rückenwind verleiht.
Das US-Zentralkommando teilte am Donnerstag mit, dass US-Streitkräfte iranische Militäreinrichtungen ins Visier genommen hätten, die für Angriffe auf Kriegsschiffe verantwortlich sind, die durch die strategische Wasserstraße fahren. Zuvor hatte der Iran den USA vorgeworfen, den Waffenstillstand durch Angriffe auf mehrere Ziele in und um die Straße verletzt zu haben. US-Präsident Donald Trump erklärte jedoch, dass der Waffenstillstand mit dem Iran weiterhin gelte und fügte hinzu, dass es offensichtlich wäre, wenn der Waffenstillstand vorbei sei. Zudem erklärte das US-Militär, dass die US-Streitkräfte keine Eskalation anstreben, was den Status des USD als Reservewährung schwächt und den Goldpreis unterstützt.
Unterdessen gelingt es den jüngsten Entwicklungen nicht, die Rohölpreise zu einer Fortsetzung der am Donnerstag verzeichneten ordentlichen Intraday-Aufwärtsbewegung zu verhelfen, obwohl die Abwärtsbewegung angesichts geopolitischer Unsicherheiten abgefedert zu sein scheint. Tatsächlich warnte Trump, dass die US-Streitkräfte deutlich härter und gewaltsamer zuschlagen würden, falls der Iran nicht bald ein Abkommen unterzeichne. Zudem haben anhaltendes Wirtschaftswachstum und Inflationsängste die Anleger dazu veranlasst, ihre Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank auf Ende 2027 oder Anfang 2028 zu verschieben. Dies sollte wiederum tiefere Verluste des USD begrenzen und die Aufwärtsbewegung des Goldes deckeln, während Händler gespannt auf die monatlichen US-Beschäftigungsdaten warten.
Der allgemein bekannte US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht wird später während der frühen nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht und soll zeigen, dass im April 62.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dies würde eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Vormonat mit 178.000 neuen Stellen bedeuten. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich stabil bei 4,3 % bleiben, während die durchschnittlichen Stundenlöhne im Jahresvergleich im April um 3,8 % gestiegen sein könnten. Dennoch wird die Veröffentlichung weiterhin eine Rolle bei der Beeinflussung der Erwartungen an die Fed-Politik spielen, was wiederum den USD antreiben und dem Goldpreis neuen Schwung verleihen wird.
Das Paar XAU/USD zeigt eine klare bullische Tendenz, da es über dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) und über dem 61,8% Fibonacci-Retracement-Level des jüngsten Anstiegs notiert. Zudem bleiben die Momentum-Indikatoren konstruktiv. Der Relative Strength Index (RSI) bei 64,24 befindet sich im positiven Bereich, ohne jedoch bereits stark überkauft zu sein, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) (12, 26, 9) einen positiven Wert nahe 6,13 ausweist. Dies deutet darauf hin, dass das Aufwärtsmomentum weiterhin vorhanden ist, wenn auch weniger aggressiv als während des vorherigen Anstiegs.
Auf der Unterseite hat sich das 23,6%-Retracement bei 4.703,51 USD als unmittelbare Unterstützung etabliert, gefolgt vom 200-Perioden-SMA bei 4.665,16 USD. Tiefere Unterstützungen für eine breitere Korrektur liegen bei 4.587,31 USD (38,2%) und 4.493,39 USD (50,0%). Auf der Oberseite stellt der nächste bedeutende Widerstand den Swing-Anker nahe 4.891,35 USD dar. Solange der Goldpreis über dem Bereich von 4.700 USD bleibt, werden Rücksetzer voraussichtlich als Korrekturen innerhalb des vorherrschenden Aufwärtstrends betrachtet.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.