Der Goldpreis (XAU/USD) notiert während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch um 0,5 % niedriger bei rund 4.570 USD. Das gelbe Metall fällt, da die Ölpreise die Rally ausweiten, nachdem US-Beamte laut The Wall Street Journal (WSJ) erklärt hatten, dass Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter angewiesen hat, sich auf eine verlängerte Blockade des Iran vorzubereiten.
Die Verlängerung der US-Blockade der iranischen Seehäfen deutet auch darauf hin, dass die Straße von Hormus, ein wichtiger Durchgang für fast 20 % der weltweiten Energieversorgung, weiterhin geschlossen bleiben wird.
Theoretisch entkoppeln höhere Ölpreise die Inflationserwartungen weltweit, ein Szenario, das die Zentralbanken dazu ermutigt, die Zinsen zu erhöhen oder sie „länger höher“ zu halten, was die Attraktivität von zinslosen Anlagen wie Gold schmälert.
Unterdessen warten die Anleger auf die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed), die um 18:00 Uhr GMT bekannt gegeben wird. Laut dem CME FedWatch Tool wird die Fed zum dritten Mal in Folge die Zinsen unverändert in einer Spanne von 3,50 % bis 3,75 % belassen. Die US-Notenbank wird voraussichtlich vor steigender Inflation und wirtschaftlichen Abwärtsrisiken im Zuge der erhöhten Energiepreise warnen.
Anleger werden in der geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell nach Hinweisen auf den geldpolitischen Ausblick suchen. Das CME FedWatch Tool zeigt, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende auf dem aktuellen Niveau halten wird.

Im Vier-Stunden-Chart hält sich XAU/USD unter dem 20-periodischen exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.639,62 USD, was die kurzfristige Tendenz bärisch hält, da jüngste Erholungen nicht in der Lage waren, diese dynamische Angebotszone zurückzuerobern.
Der Relative Strength Index (RSI) liegt nahe bei 32, was auf anhaltenden Abwärtsdruck hindeutet, obwohl die Annäherung an den überverkauften Bereich darauf hindeutet, dass das Verkaufs-Momentum nachlassen könnte, falls sich der Preis stabilisiert.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-periodischen EMA bei rund 4.640 USD, und ein nachhaltiger Ausbruch über diese Barriere wäre erforderlich, um den aktuellen bärischen Ton zu mildern und den Weg für höhere Konsolidierungsniveaus zu öffnen. Nach unten hin ist XAU/USD in der Nähe von 4.560 USD anfällig; ein Bruch darunter würde das Paar bis auf 4.500 USD freilegen.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.